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Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation

Bildarchiv Norbert Rauscher - Fotoarchiv historische Architektur
Baudenkmale und Architekturgeschichte in Niedersachsen und Brandenburg

 

Stockphoto-Galerie Nr.1a  Foto, Fotografie, Bild, Abbildung

Architektur und Baukultur im ländlichen Raum

Dorf, Bauernhaus, Bauernhof, Wirtschaftsgebäude, Nebengebäude, Außenanlagen, Dorflandschaft

Bildarchiv Bauernhaus und Bauernhof, historische Gebäude und Architekturdetails

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16, Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de
Internet: www.fotografie-architektur.de, www.fotografie-landschaft.de
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Dötlingen (Wildeshauser Geest, Kreis Oldenburg; Niedersachsen); saniertes / modernisiertes und umgenutztes niederdeutsches Hallenhaus, im Kern 1686, 1842 und neuzeitlich erneut umgebaut; ehemaliges Wohnstallhaus (Wohn-Stall-Scheunen-Haus) als Zweiständer-Fachwerkbau / Zweiständerhaus mit unverputzter Ziegelausfachung, Halbwalm (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung, Rauchloch (Eulenloch, Ulenloch) mit kleinem Lünetten-Fenster geschlossen, Firstsicherung durch Heideplaggen unter Drahtgewebe; ehemaliges Dielentor zum Wohnraumfenster umgebaut; Aufnahmedatum: 26.9.2007


 

Dötlingen (Wildeshauser Geest, Kreis Oldenburg; Niedersachsen), Dorfring; niederdeutsches Hallenhaus, datiert 1843 auf dem Dösselkopf am Torbalken (Torholm, Torsturz); Wohnstallhaus (Wohnwirtschaftsgebäude, Wohn-Stall-Scheunen-Haus) als Zweiständer-Fachwerkbau / Zweiständerhaus mit unverputzter Ziegelausfachung, Halbwalm (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung; Torbalken auf korbbogig ausgerundeten Winkelhölzern (Kopfstreben), beidseitig des Tors kleine Stallfenster (oder Knechtkammer-Fenster oder Dielenfenster), senkrecht verbrettertes Dielentor mit Schlagleiste, vor den Torflügeln niedriges außen angeschlagenes zweiflügeliges Vortor (Heck, Vorheck, Klöntor - hier als schmiedeeisernes Zauntor; weitere Hinweise siehe unter > Gühlitz) als Absperrung gegen freilaufende Haustiere bei geöffneten Torflügeln; Sinnspruch und Erbauer-Inschriften auf dem Torbalken; zum Aufnahmezeitpunkt wurde das Dach saniert: Erneuerung der Reetdeckung abgeschlossen, der alte First (vmtl. Heideplaggen) wird durch eine Flachpfannen-Dachziegeldeckung ersetzt, das alte abgedeckte Reet (Ried) liegt noch auf dem Hof; Aufnahmedatum: 26.9.2007

Literatur für dieses und das nächste Haus: Heinrich Ottenjann (Cloppenburg): Das Bauernhaus der Oldenburger Geest und seine Kosten um 1820. Enthalten in: Oldenburger Jahrbuch des Vereins für Landesgeschichte und Altertumskunde, Band 42, Druck und Kommissionsverlag von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. 1938, Seiten 148-164 (bei der Landesbibliothek Oldenburg zu finden unter https://www.lb-oldenburg.de/pdf_oldenburger_jahrbuch/42_1938.pdf). Behandelt wird ein Haus in unmittelbarer Nachbarschaft in der Ortschaft Glane, Hof Behrens, ein Zweiständerbau (Kübbungshaus) von 1820, "... ein absolut charakteristisches, als das Bauernhaus der mittleren Oldenburger Geest zu bezeichnen ...", was den hier auf der Webseite gezeigten beiden Häusern sehr ähnlich ist und im Aufsatz ausführlich beschrieben und zeichnerisch dargestellt wird.

Hinweis: Der heutige Naturpark "Wildeshauser Geest" (seit 1984, erweitert 1993) ist Bestandteil der naturräumlichen Einheit "Oldenburger Geest" / "Oldenburgische Geest", er wurde wohl als Zweckverband vorrangig unter touristischen Gesichtspunkten gegründet und stiftet seitdem mit seiner Bezeichnung noch mehr Verwirrung im ohnehin schon komplizierten norddeutschen landschafts- und naturräumlichen Gliederungssystem der Geographen. Abgesehen davon aber eine wunderschöne Gegend, sehr zu empfehlen.



 

Dötlingen (Wildeshauser Geest, Kreis Oldenburg; Niedersachsen), Dorfring; saniertes / modernisiertes und zum reinen Wohnhaus umgenutztes niederdeutsches Hallenhaus "Stollehof" von 1770 (datiert auf dem Torbalken); ehemaliges Wohnstallhaus (Wohn-Stall-Scheunen-Haus) als Zweiständer-Fachwerkbau / Zweiständerhaus mit Ziegelausfachung, Halbwalm-Dach (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung, Rauchloch ohne Giebelzier, Firstsicherung durch Heideplaggen unter Drahtgewebe; ehemaliges Dielentor zur zweiflügeligen Wohnraum-Fenstertür mit Oberlicht umgebaut, Sinnspruch und Erbauer-Inschriften auf dem Torbalken; beidseitig am Tor kleine Dielenfenster; im Giebeltrapez eine Reihe Ausfachungen durch Fenster ersetzt zur Belichtung des Dachraums; Aufnahmedatum: 26.9.2007



 

Dötlingen (Wildeshauser Geest, Kreis Oldenburg; Niedersachsen); saniertes und umgenutztes niederdeutsches Hallenhaus von 1806 (datiert auf dem Torbalken); ehemaliges Wohnstallhaus (Wohn-Stall-Scheunen-Haus) als Zweiständer-Fachwerkbau / Zweiständerhaus mit Ziegelausfachung, Halbwalmdach (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Hohlpfannendeckung, ehemaliges Rauchloch (Eulenloch, Ulenloch) jetzt mit kleinem Lünetten-Fenster; neues zweiflügeliges Dielentor mit Kämpfer und Oberlicht mit Kreuzsprossen, Sinnspruch und Erbauer-Inschriften auf dem Torbalken; Aufnahmedatum: 26.9.2007



 

Dötlingen (Wildeshauser Geest, Kreis Oldenburg; Niedersachsen), Dorfring 8; niederdeutsches Hallenhaus "Tabkenhof" von 1947-1951 (Richtfest September 1949), Ersatzbau in traditioneller Bauweise und Konstruktion nach Entwurf des Architekten Eduard Scotland (1885-1945, siehe unten) für einen am 3.7.1942 durch Bombenabwurf zerstörten und vollständig niedergebrannten Vorgängerbau, dieser mit geweißten Fachwerkhölzern (zu sehen auf verschiedenen Fotografien aus den späten 1930er Jahren). Wohnstallhaus (Wohnwirtschaftsgebäude, Wohn-Stall-Scheunen-Haus) als Vierständer-Fachwerkbau / Vierständerhaus mit Ziegelausfachung im Läufer-Halbverband, Halbwalm-Dach (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung, Firstsicherung durch vier Reihen Betondachsteine; Wohnteil mit zwei Stockwerken im Dachraum, unten dreiflügelige und oben zweiflügelige außen angeschlagene (nach außen öffnende) Kreuzsprossenfenster, breites Fledermausdachfenster ("Hecht").

Gemäß Informationstafel vor dem Haus handelt es sich beim Tabkenhof um das größte Niedersachsenhaus in Deutschland, errichtet als Neubau 1947-1951: Länge 59 m, Breite 17/15 m, Grundfläche ca. 950 m2; verbaut wurden unter anderem 63 m3 Eichenholz und 168 m3 Fichtenholz aus eigenem Wald sowie 1.600 m2 reetgedeckte Dachfläche. Nicht mitgeteilt wird, ob der zerstörte Vorgängerbau die gleichen Dimensionen hatte wie das heutige Gebäude und aus welcher Bauzeit er stammte. Nach Auskunft der Denkmalbehörde am 29.6.2020 war der Vorgängerbau 1858 entstanden, errichtet von Johann David Tabken (die Behörde bezieht sich dabei auf Angaben im Dorf- und Heimatbuch von Heinrich Poppe, 1954). Der Bauernhof wurde zum Zeitpunkt der fotografischen Dokumentation 2007 als Vollerwerbshof betrieben (Milchviehbetrieb, Rinderaufzucht, Pferdehaltung, Forstwirtschaft); erste urkundliche Erwähnung des ehemals gräflichen Meierhofes 1341, im Besitz der Familie Tabken seit 1830. Aufnahmedatum: 26.9.2007. Zuletzt der Hof auf einer Ansichtskarte um 1960, Blick vom gegenüberliegenden Kirchturm.

Hinweis: In der Publikation "Der Aufbau - Bürger und Stadt", 39.Jahrgang, Heft 1, Bremen, Juni 1985, findet sich auf Seite 29 ein kurzer Beitrag von Arthur Bothe: "Wer war Eduard Scotland (1885-1945)", darin enthalten der Satz: "Daß Scotland mit seiner niedersächsischen Heimat eng verbunden war, zeigte sich sowohl in seiner Bauweise - als Beispiel seien der Tabkenhof in Dötlingen (Kr. Oldenburg) ... genannt - als auch in den Motiven seiner vielen Zeichnungen ...". In welchem Umfang der Architekt Eduard Scotland für den Tabkenhof verantwortlich war, wird nicht mitgeteilt. Eine telefonische Anfrage am 29.7.2020 hat ergeben, dass Eduard Scotland nach der Zerstörung 1942 die Entwürfe für den Wiederaufbau des Tabkenhofes geliefert hat (seine Zeichnungen befinden sich noch im Familienbesitz), die Werkplanung (?) und Bauleitung ab 1947 wurde aber von einem anderen Architekten geleistet. Es dürfte einer der letzten Entwürfe von Scotland gewesen sein. Der Neubau "ist dem Vorgängerbau ähnlich, aber nicht gleich, sondern etwas größer". Er wurde einschließlich Fundamente vollständig neu errichtet.

Literatur zur Geschichte des Dorfes Dötlingen (aber nicht zu den Bauernhäusern): Heinrich Poppe / Horst Wichmann: Neues Dötlinger Dorfbuch. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1979. Ein Buch, das teilweise sehr ausführliche Beiträge liefert zu den verschiedensten Aspekten der Siedlungs-, Dorf- und Heimatgeschichte, allein 9 Seiten zur vor- und frühgeschichtlichen Entwicklung, von der heute nichts mehr zu sehen ist außer den Resten einiger steinzeitlicher Großsteingräber, aber kein einziges Wort zu Baugeschichte und Architektur der eindrucksvollen niederdeutschen Bauernhäuser, die noch immer für jedermann sichtbar das Ortsbild prägen. Das Buch ist ein typischer Vertreter der Heimatgeschichtsschreibung, die regelmäßig über das Leben der Menschen in den Häusern berichtet, aber nicht darüber, wie und warum diese Häuser handwerklich und funktionell so und nicht anders gebaut wurden und wie sich ihre bauliche Entwicklung vollzog. Es herrscht leider ein weitverbreitetes Desinteresse an architekturgeschichtlichen und baufachlichen Themen. Über die Dötlinger Kirche finden sich allerdings im Buch interessante Details ab Seite 77.








 

Dötlingen (Wildeshauser Geest, Kreis Oldenburg; Niedersachsen); niederdeutsches Hallenhaus, umgebauter Fachwerkbau mit 1873 vorgesetzter Ziegelfassade; ehemaliges Wohnstallhaus (Wohn-Stall-Scheunen-Haus), vmtl. Zweiständerbau / Zweiständerhaus um 1800, soweit sichtbar mit Ziegelausfachung; Krüppelwalmdach mit Betondachstein-Hohlpfannendeckung, ehemaliges Rauchloch (Eulenloch, Ulenloch) mit kleinem Lünetten-Fenster geschlossen; 1873 schlichte separate Straßenfassade aus Ziegelsichtmauerwerk (Backsteinfassade) im Kreuzverband vor dem Fachwerkhaus errichtet und über 7 gusseiserne Maueranker (mit Rosetten ornamentierte Telleranker) mit den Balkenlagen des Fachwerkbaus verbunden; eingemauerte Haustafel über dem korbbogigen Dielentor, Baudatum im Torschlussstein; bauzeittypische zweiflügelige Sprossenfenster mit Kämpfer und zweiflügeligem Oberlicht, in niederdeutscher Tradition nach außen öffnend / außen angeschlagen; neues zweiflügeliges Dielentor mit integrierter Haustür (Schlupftür); Hofmauer aus Naturstein; Aufnahmedatum: 26.9.2007







 

Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), Hauptstraße 15 / Ecke Auf dem Brink; Niederdeutsches Hallenhaus, Fachhallenhaus, errichtet 1793 als Flettdielenhaus nach dem großen Dorfbrand noch im gleichen Jahr, datiert auf dem Dösselkopf am Torbalken; Wohnwirtschaftsgebäude (Wohnstallhaus, Wohn-Stall-Scheunen-Haus) zu einem Bauernhof. Fachwerkbau als Zweiständerbau / Zweiständerhaus mit zwei Kübbungen (Abseiten), giebelseitig zwei Kübbungstüren; gleichmäßiges Rasterfachwerk des Wirtschaftsgiebels (Schaugiebel) geweißt (mit weißer Farbe angestrichen), rote Ziegelausfachung im Läuferverband, minimal vorkragender Giebelbalken / Giebelschwelle auf flachen profilierten Knaggen, stärker vorkragende Walmschwelle auf Balkenköpfen und großen profilierten Knaggen, Halbwalmdach (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung, ehemaliges Rauchloch (Eulenloch, Ulenloch) mit Dreiecksrahmung, Firstsicherung durch zwei Reihen Doppelmulden-Falzziegel mit Firstkappen. Torgebinde mit doppelt ausgerundetem Torbalken (Torholm, Torsturz, Sturzbalken) mit Dösselkopf auf ausgerundeten Winkelhölzern (Kopfstreben), Inschriften auf dem Torbalken (Sinnspruch, Bauherrschaft, Erbauungsjahr), Dielentor senkrecht verbrettert, im linken Torflügel eine separat zu öffnende Personentür. Das Fachwerk der linken Traufseite wurde durch Ziegelmauerwerk ersetzt. Auf der Hoffläche vor dem Haus traditionelles Lesesteinpflaster, in Bahnen verlegt und gegliedert durch Gurtbänder aus größeren Steinen. Baudenkmal gemäß Landesdenkmalliste; Aufnahmedatum: 16.8.2016

Literatur für alle folgenden Bildgruppen zu Dollern: Heike Albrecht: Landkreis Stade ohne die Städte Stade und Buxtehude. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 26.1, Verlag CW Niemeyer, Hameln 1997, ab Seite 110. Das Dorf Dollern liegt noch auf der Stader Geest, aber unmittelbar an der Kante zum tiefer gelegenen Alten Land und ist mit diesem auch baukulturell verbunden.
Hinweise zum weißen Ziegelfachwerk in der Niederelberegion finden Sie hier:

Der Dössel (regional auch genannt Düssel, Dörbom, Dörboom, Dürstänner, Torsäule, Torpfosten, Stießel, Stehimweg) ist ein senkrechtes herausnehmbares Setzholz in der Mitte unter dem Torbalken, welches bei den ursprünglichen Torkonstruktionen als Anschlag für die Torflügel diente. Der Dösselkopf wurde aus dem Torbalken herausgearbeitet / geschnitzt als stehengelassener Teil der Ausrundung und mit einem Zapfenloch versehen, unten in der ebenfalls herausnehmbaren Torschwelle (Süll) gab es ein entsprechendes Zapfenloch. Das heute vorhandene Tor bei dem hier gezeigten Haus entspricht also nicht mehr der ursprünglichen Konstruktion, erkennbar auch an der nicht genau mittigen Teilung. Die Dösselköpfe mit den beiden "Ohren" werden hier in der Region um Stade wohl als "Hundeköpfe" bezeichnet (so jedenfalls Heike Albrecht). Später hat man auch bei Torflügeln mit Schlagleiste die Dösselköpfe aus rein gestalterischen Gründen beibehalten.






Nachfolgend dasselbe Gebäude noch einmal fotografiert bei bedecktem Himmel am 18.8.2016, dazu einige der alten (eventuell noch ursprünglichen) Ziegelausfachungen, Sichtmauerwerk im Läuferverband, kleines norddeutsches Ziegelformat, sichtbare Ziegelmaße etwa 180 x 45 ... 170 x 40 mm. Inschrift auf dem Torbalken:
ACH GOTT VERLAS UNS NICHT BLEIB UNSERE ZUVERSICHT UMVASSE UNS IN GNADEN DAS UNS
DIE FEUERSGLUT  NIEMALS WIEDER SCHADEN KANN  SEGNE ES MIT MILDER HANDT
HEINN SCHARPEN    1793    ANNA SCHARPENS



 

Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), Auf dem Brink 1, unmittelbar benachbart zu Hauptstraße 15, offenbar zum gleichen Hof gehörig; ehemaliges Niederdeutsches Hallenhaus, errichtet 1822, im unteren Bereich bis auf Höhe des Giebelbalkens massiv ersetzt, das alte Torgebinde mit Inschrift und Datierung teilweise erhalten; Aufnahmedatum: 18.8.2016


 

Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), Hauptstraße 11, vergleichbar mit Hauptstraße 15 (siehe oben); Niederdeutsches Hallenhaus / Fachhallenhaus, errichtet 1793 nach dem großen Dorfbrand, datiert auf dem Torbalken, nach den Angaben bei Heike Albrecht (Seite 112) seit dem Erbauungsjahr mit Gastwirtschaft. Wohnwirtschaftsgebäude in Fachwerkbauweise als Zweiständerbau / Zweiständerhaus mit zwei Kübbungen (Abseiten), giebelseitig zwei Kübbungstüren; gleichmäßiges enges Rasterfachwerk des Wirtschaftsgiebels (Schaugiebel) geweißt / mit weißer Farbe angestrichen, rote Sichtziegelausfachung im Läuferverband, minimal vorkragender Giebelbalken / Giebelschwelle auf flachen profilierten Knaggen, stärker vorkragende Walmschwelle auf Balkenköpfen und großen profilierten Knaggen, die übrigen Ziegelausfachungen nur geweißt / getüncht oder verputzt; Halbwalmdach (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung, Firstsicherung durch Wellzementplatten. Torgebinde mit doppelt ausgerundetem Torbalken (Torholm, Torsturz, Sturzbalken) auf ausgerundeten Winkelhölzern (Kopfstreben), Inschriften auf dem Torbalken (Sinnspruch, Bauherrschaft, Erbauungsjahr, Zimmermeistersymbol und Meisterzeichen M·P·W), Dösselkopf als "Hundekopf mit Ohren" gestaltet (siehe oben). Florale farbig gefasste Flachschnitzerei auf Giebelbalken und Winkelhölzern; Dielentor senkrecht verbrettert, im linken Torflügel eine separat zu öffnende Personentür. Traufseitig im großen "Kammerfach" der Eingang zur Gaststätte mit einer zweiflügeligen Eingangstür in spätbarocken Formen, die rein formal aus der Bauzeit des Gebäudes 1793 stammen könnte, dem Zustand nach aber wohl jüngeren Datums ist. Baudenkmal gemäß Landesdenkmalliste; Aufnahmedatum: 18.8.2016





 

Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), Dorfstraße 11; Niederdeutsches Hallenhaus / Fachhallenhaus, errichtet 1793 als Flettdielenhaus nach dem großen Dorfbrand, datiert auf dem rechten Winkelholz im Torbogen; Wohnwirtschaftsgebäude (Wohnstallhaus, Wohn-Stall-Scheunen-Haus) zu einem Bauernhof. Fachwerkbau als Zweiständerbau / Zweiständerhaus mit (ehemals zwei ?) Kübbungen; gleichmäßiges Rasterfachwerk des Wirtschaftsgiebels (Schaugiebel) geweißt (mit weißer Farbe angestrichen), rote Ziegelausfachung im Läuferverband größtenteils erneuert, minimal vorkragender Giebelbalken, stärker vorkragende Walmschwelle auf Knaggen, Halbwalmdach (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung, ehemaliges Rauchloch mit Dreiecksrahmung. Im Gegensatz zu den vorstehend gezeigten Bauten markiert sich hier die Zweiständerkonstruktion sichtbar im Giebelfachwerk durch Hauptständer mit Kopf- und Fußstreben. Außermittig eingebautes Torgebinde mit doppelt ausgerundetem Torbalken mit Dösselkopf (gestaltet als "Hundekopf mit Ohren") auf ausgerundeten Vollwinkelhölzern, Sinnspruch auf dem Torbalken, Bauherrschaft und Erbauungsjahr auf den Winkelhölzern; Dielentor senkrecht verbrettert, im linken Torflügel eine separat zu öffnende Personentür. Neben dem Hallenhaus eine querdielige Fachwerkscheune mit Walmdach, wohl um 1800. Baudenkmal gemäß Landesdenkmalliste; Aufnahmedatum: 18.8.2016




 

Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), Dorfstraße 10; Niederdeutsches Hallenhaus, Fachhallenhaus, errichtet wohl um 1850 als Wohnwirtschaftsgebäude zu einem Bauernhof. Fachwerkbau als Zweiständerbau / Zweiständerhaus mit zwei Kübbungen (Abseiten), giebelseitig zwei Kübbungstüren; gleichmäßiges Rasterfachwerk des Wirtschaftsgiebels geweißt (mit weißer Farbe angestrichen), Sockelbereich und rechte Traufseite teilweise verändert, rote Ziegelausfachung im Läuferverband, Halbwalmdach mit Reetdeckung, ehemaliges Rauchloch (Eulenloch, Ulenloch) mit Dreiecksrahmung, traditionelle Firstsicherung wohl noch durch Heideplaggen unter Drahtgewebe. Schmuckloses Torgebinde mit leicht ausgerundetem Torbalken auf ausgerundeten Winkelhölzern (Kopfstreben), Dielentor senkrecht verbrettert, im linken Torflügel eine separat zu öffnende Personentür. Der Hof wird bis heute als Landwirtschaftsbetrieb geführt, auch mit Direktvermarktung. Baudenkmal gemäß Landesdenkmalliste; Aufnahmedatum: 18.8.2016



 

Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), Dorfstraße 2; Niederdeutsches Hallenhaus / Fachhallenhaus, errichtet als Wohnwirtschaftsgebäude zu einem Bauernhof (Halbhöfner), erste Hälfte 19.Jahrhundert. Fachwerkbau als Zweiständerbau / Zweiständerhaus mit zwei Kübbungen (Abseiten), giebelseitig zwei Kübbungstüren; gleichmäßiges sehr enges Rasterfachwerk des Wirtschaftsgiebels geweißt (mit weißer Farbe angestrichen), im Sockelbereich zum Aufnahmezeitpunkt Restaurierungsarbeiten (Austausch Schwelle und Ständerfüße), rote Ziegelausfachung im Läuferverband, Halbwalmdach mit Reetdeckung, ehemaliges Rauchloch (Eulenloch, Ulenloch) mit Dreiecksrahmung. Schmuckloses Torgebinde mit Torbalken auf Winkelhölzern (Kopfstreben), beides nur minimal ausgerundet, Dielentor mit gefaster Diagonalverbretterung, im linken Torflügel eine separat zu öffnende Personentür, beidseitig oben neben dem Dielentor in je zwei Gefachen kleine Dielenfenster mit Sprossenverglasung. Baudenkmal gemäß Landesdenkmalliste; Aufnahmedatum: 18.8.2016



 

Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), Auf dem Brink 4; Niederdeutsches Hallenhaus / Fachhallenhaus, errichtet 1793 als Flettdielenhaus nach dem großen Dorfbrand, datiert auf dem Torbalken, ehemals Wohnwirtschaftsgebäude (Wohnstallhaus, Wohn-Stall-Scheunen-Haus) zu einem Bauernhof, inzwischen umgenutzt. Fachwerkbau als Zweiständerbau / Zweiständerhaus mit zwei Kübbungen, fast flächenbündiges Fachwerk des Wirtschaftsgiebels geweißt (mit weißer Farbe angestrichen), die beiden stärker dimensionierten Hauptständer (?) mit kurzen Kopfstreben, rote Ziegelausfachung im Läuferverband, Halbwalmdach (Kröpelwalm, Krüppelwalm) mit Reetdeckung, ehemaliges Rauchloch mit Dreiecksrahmung verlängert mit Pferdeköpfen als Giebelzier. Torgebinde mit doppelt ausgerundetem Torbalken auf ausgerundeten Winkelhölzern / Kopfstreben, Torbalken und Kopfstreben verziert mit Sinnsprüchen, Bauherrschaft und Erbauungsjahr sowie Zimmermanns-Meisterzeichen M $ JWB auf dem schlichten Dösselkopf; diverse kleine zweiflügelige Gefachfenster mit Sprossenverglasung. Baudenkmal gemäß Landesdenkmalliste; Aufnahmedatum: 18.8.2016


 

Dürrenhofe (Gemeinde Märkische Heide; Niederlausitz, Landkreis Dahme-Spreewald; Brandenburg), Krugauer Straße; Bauernhaus um 1870-1880, wohl ehemaliges Kleinbauernhaus, Doppelstubenhaus; weitgehend im Ursprungszustand erhaltener Massivbau mit "Backsteinfassade", Ziegelsichtmauerwerk im Kreuzverband gemauert, Eingangsbereich und Gebäudeecken durch Ziegellisenen betont, dezente Fensterverdachungen, Sägezahnfriese, minimaler Drempel; vierflügelige alte Kreuzstockfenster in 2/3-Teilung mit je einer Sprosse in den Unterflügeln; alte zweiflügelige Haustür als Vierfüllungstür mit Außenfutter, breitem Kämpferbrett und Oberlicht mit Sprossen; alle Fenster- und Türöffnungen mit Segmentbogen; symmetrisch gegliederte Giebelseiten teils mit Blendfenstern; Satteldach mit umgedeckter Biberschwanz-Kronendeckung (s.u.), Segmentschnitt, Dachüberstand an den Ortgängen geringfügig verbreitert, traditionelles (jedoch nicht regionaltypisches) neues Ortbrett mit Zahnschnitt (Zahnleiste); Aufnahmedatum: 17.9.2011

Das Haus wird liebevoll und sehr sorgfältig saniert; die Arbeiten waren zum Aufnahmezeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Ein sehr interessantes Kleinbauernhaus mit vielen original erhaltenen Bauelementen, wenn auch aufgrund ihres Zustandes nicht alle restaurierungsfähig. Ob Türblätter und Außenfutter der Eingangstür gleichzeitig entstanden sind, erscheint fraglich, die Teilung stimmt jedenfalls nicht überein. Das Haus hatte ursprünglich vmtl. keine Dachrinnen. Das Dach wurde bereits neu eingedeckt mit den alten, wieder aufbereiteten Biberschwanz-Dachziegeln, Verlegung in Mörtel als "gemauertes Dach" mit Längsfuge (Längsschlag) und Querschlag. Die Biberschwänze zeigen eine nicht häufig zu findende Profilierung, sie stammen wohl aus einer Ziegelei der Region; dieses Modell ist z.B. auch im Nachbarort Schlepzig auf einigen Nebengebäuden zu sehen.










 

 


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