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Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation

Bildarchiv Norbert Rauscher - Fotoarchiv historische Architektur
Baudenkmale und Architekturgeschichte

 

Stockphoto-Galerie Nr.5  Foto, Fotografie, Bild, Abbildung

Texturen, Strukturen, Oberflächen, Materialien, historische Baustoffe, Ziegel, Klinker

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16, Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de
Internet: www.fotografie-architektur.de, www.fotografie-landschaft.de
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Ziegelmauerwerk, Verblendmauerwerk / Vorsatzmauerwerk von 1931 am Rathaus von Glienicke/Nordbahn (Brandenburg), gemauert im Märkischen Verband (Läufer-Läufer-Binder, Binderziegel immer mittig über der Fuge zwischen den darunter liegenden Läufern), engobierte Verblendziegel / Klinker im Alten Reichsformat 250 x 120 x 65 mm in bunter Mischung, nicht besonders sauber verarbeitet, ursprünglich ohne separate Verfugung, die Fugen wurden nur beim Aufmauern leicht zurückliegend ausgekratzt, die Bereiche mit flächenbündiger Verfugung sind das Ergebnis einer Sanierung um 2002. Die letzten Bildreihen zeigen das flächenbündig verfugte Mauerwerk eines rückwärtigen späteren Anbaus ebenfalls im Märkischen Verband, hier jedoch mit dem Neuen Reichsformat 240 x 115 x 63 mm (Schwankungen zwischen 60 ... 65 mm), bei Sanierungsarbeiten wurden diverse Ziegel passend ersetzt; Baudenkmal; Aufnahmedatum: 24.5.2015

Märkischer Verband und Gotischer Verband (Polnischer Verband, Schlesischer Verband): In der Fachliteratur und bei den Ziegelherstellern besteht offensichtliche Uneinigkeit bei der Bezeichnung von Mauerverbänden / Mauerwerksverbänden. Sowohl beim Märkischen als auch beim Gotischen Verband folgen auf jeweils einen Binderziegel zwei Läuferziegel, beim Gotischen Verband gelegentlich (um Muster zu erzeugen) auch drei oder nur ein Läufer. Um die Verwirrung perfekt zu machen, wird der Gotische Verband teilweise auch als Polnischer Verband oder als Schlesischer Verband bezeichnet. Nach aktueller baufachlicher Sprachregelung besteht der Unterschied darin, dass beim Gotischen Verband der Binder immer mittig über einem Läufer liegt, während beim Märkischen Verband der Binder immer mittig über der Fuge zwischen den beiden Läufern liegt. Daher gibt es beim Märkischen Verband nur eine einzige Variante und diese mit regelmäßigem Muster, während beim Gotischen Verband mehrere Gestaltungsvarianten möglich sind, was sowohl in der Gotik als auch in späteren Zeiten genutzt wurde. Besonders in der älteren Baugeschichtsliteratur werden häufig beide Verbände mit beiden Namen bezeichnet. Außerdem lassen sich diverse Mischformen aus beiden Verbänden erzeugen mit grafisch interessanten Fugenbildern, regional unterschiedlich bezeichnet. Diese Fugenbilder entfalten jedoch erst Wirkung oder sind überhaupt erst erkennbar bei großen ungestörten Wandflächen, weshalb man sie im Baubestand nur selten findet.

Im Zeitraum etwa zwischen 1920 und 1960 war der Märkische Verband in ganz Deutschland weit verbreitet, geradezu in Mode, die folgenden Bildgruppen zeigen Beispiele. Er ist ein stabiler und gleichzeitig sparsamer Verband für Vollmauerwerk. Es gab auch einen abgewandelten Märkischen Verband, bei dem jede zweite Schicht durch eine reine Läuferschicht ersetzt wurde, gewissermaßen ein Märkischer Sparverband; ein Beispiel siehe in > Menslage-Schandorf (Stockphoto-Galerie 1a). Dieser Verband war besonders im norddeutschen Raum verbreitet. Praktiziert wurde er wohl hauptsächlich aus Kostengründen, aber auch, weil reine Läuferschichten zur weiteren Reduzierung des Sichtfugenanteils und damit zur Reduzierung der Wasseraufnahme des Mauerwerks bei Schlagregen beitragen, in Norddeutschland ein wichtiger Aspekt. Nur die Fugen saugen Wasser auf, nicht die Klinker.

Eine formal-ästhetische Beziehung besteht erkennbar zu Heimatschutzbewegung und Reformarchitektur ab etwa 1910 und im weiteren Verlauf zu den expressionistischen Klinkerbauten der 1920er Jahre, besonders in dieser Phase war die vertikal orientierte markante Textur / Struktur des Flächenmauerwerks im Märkischen Verband unter Architekten sehr beliebt. Mit dem Ende von Gründerzeit und Historismus löste dieser Mauerverband weitgehend den bis dahin am meisten verbreiteten Kreuzverband bzw. den vorgeblendeten Kopfverband ab. Er war Ausdruck einer völlig neuen Geisteshaltung in der Sichtziegelarchitektur, die sich von den bis zur Perfektion getriebenen feinfugigen historistischen Ziegelverblendfassaden möglichst deutlich distanzieren wollte. Die Ziegel sollten jetzt "wenn möglich handgestrichen" und "keineswegs nach der Farbe sortiert" eingesetzt werden. Die Anwendung des gotischen (d.h. märkischen) Verbandes "mit möglichst vielen Läufern" wurde, abgesehen von ästhetischen Begründungen, "in der Klinkertechnik wegen der dadurch bedingten Verminderung der Außenfugen" als "handwerklich vorteilhaft" hervorgehoben (zitiert nach Erich Mindner: Wände und Decken. Band 1 Wände. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin / Leipzig 1936; Seiten 54-56).

Die folgenden Bildbeispiele aus Glienicke zeigen daher geradezu beispielhaft die Umsetzung dieser Geisteshaltung (abgesehen von der bereichsweise erst nachträglich um 2002 ausgeführten flächenbündigen Verfugung). Die Anwendung des Märkischen Verbandes ging zurück mit Ausbreitung des zweischaligen (hinterlüfteten oder kerngedämmten) Verblendmauerwerks, seitdem dominiert der Läuferverband.









 

Ziegelmauerwerk, expressionistisches Klinker-Verblendmauerwerk in einer Farbmischung aus rot-braun-violetten Klinkern, gemauert im Märkischen Verband mit sehr dicken Lagerfugen um 25-35 mm (im Mittel um 30 mm) bei normalen Stoßfugen, Klinkermaße im Oldenburger Format 220 x 105 x 52 mm mit größeren Toleranzen besonders bei den Längen (um 210-225 mm), wohl Handstrichklinker, die Fugen bereichsweise inzwischen vielfach ausgebessert / neu verfugt; laut Wikipedia soll es sich um "Oldenburger Eisenklinker" handeln (siehe unten; woher diese Information stammt, wird nicht mitgeteilt). Evangelische Kreuzkirche in Berlin-Schmargendorf (Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Ortsteil Schmargendorf), errichtet 1928-1929, Architekten: Ernst und Günther Paulus (Vater Ernst 1868-1935 und Sohn Günther 1898-1976); Gestaltung des Mauerwerks im Geist des "Klinkerexpressionismus" durch Zackenfriese, mittels Ziegelversatz horizontal gebänderte Flächen, durchbrochene Ziegelflächen (Gittermauerwerk) als Schallöffnungen, gedrehte Ecksäulen und Wandsäulen / Spiralstäbe, usw.; Baudenkmal. Viele weitere Fotos und Informationen zur Kirche siehe Stockphoto-Galerie Nr.2b > Berlin; Ziegelfotos von zwei verschiedenen Fassadenflächen (daher unterschiedlicher Sonnenstand), Aufnahmedatum: 25.4.2019

Mit Eisenklinker werden bis zur Sinterung gebrannte Ziegel (= Klinker) bezeichnet aus eisenoxidhaltigem Ton, entweder natürlich oder durch Zugabe von Eisenoxid als Flussmittel, dadurch entsteht beim Brennen die rot-blau-violette Klinkerfarbe; das Oldenburger Format hat die Abmessungen 220 x 105 x 52 mm. Siehe dazu auch die folgenden Literaturangaben sowie die Hinweise zur nächsten Bildgruppe unten.
Die Bezeichnungen "norddeutscher Klinkerexpressionismus" oder "Klinker-Expressionismus" sowie "Backsteinexpressionismus" tauchen in der baugeschichtlichen und kunstgeschichtlichen Fachliteratur erst seit den 1970er Jahren auf, danach werden sie vielfach und ganz selbstverständlich benutzt (z.B. bei Beseler / Detlefsen / Gelheer: Architektur in Schleswig-Holstein 1900-1980. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1980). Bis dahin sprach man von "expressionistischer Backsteinbauweise" oder "Pfeilerfassaden aus Klinkersteinen" usw. Vor 1945 wurde die Bezeichnung "expressionistisch" in Verbindung mit Architektur gar nicht verwendet.
Willi F. Bender: Lexikon der Ziegel. Vom Aal-Deckenziegel bis zum Zwischenwandziegel in Wort und Bild; Bauverlag, Wiesbaden und Berlin 1995 (zweite Auflage), Seite 70: "Eisenklinker, gängige und übliche Bezeichnung für Klinker aus eisenoxidhaltigem Ton, die in reduzierendem Feuer gebrannt wurden und dadurch eine blaurote bis blauschwarze Farbe haben." Digital im Internet zum Nachschlagen zu finden mit laufenden Ergänzungen und Aktualisierungen unter Dachziegelarchiv.de
Das gesamte Baugewerbe. Handbuch des Hoch- und Tiefbauwesens. Redigiert von O. Karnack. Verlag von Bonneß & Hachfeld, Potsdam / Leipzig o.J. (um 1900), Seite 64, Nr. 116: "... sogenannte Eisenklinker sind aus Ton und zerkleinerter Eisenschlacke bis zum Sintern gebrannte Steine".







 

Ziegelmauerwerk, Klinker-Verblendmauerwerk um 1927-1930 im Märkischen Verband, unveränderter Originalzustand ohne separate Verfugung, nur aufgemauert mit leicht zurückliegenden / tiefliegenden Fugen (Mauermörtel vermutlich gleich beim Aufmauern etwas ausgekratzt), inzwischen leicht ausgewittert; kleines norddeutsches oder holländisches Ziegelformat mit starken Maßschwankungen, etwa zwischen Waalformat 210 x 100 x 52 mm und Oldenburger Format 220 x 105 x 52 mm (diese Maße wurden am häufigsten festgestellt). Das Mauerwerk ist insgesamt unsauber verarbeitet, bei den Ziegeln scheint es sich um Handstrichziegel minderer Qualität zu handeln (sehr geringe Maßhaltigkeit, sehr unterschiedliche Oberflächen, Verwerfungen und Risse durch ungleichmäßigen Brand, einige Langseiten sind leicht besandet), offenbar wurde hier billiges Material preisgünstig verarbeitet, in der Gesamtwirkung jedoch interessant, sehr lebendig und von schöner Farbwirkung besonders bei wechselndem Sonnenstand ― oder es handelt sich um sogenannte Schmorbrandklinker (siehe unten, aber nicht in der dort beschriebenen Extremform) oder Eisenklinker; mäßig verschmutzte Oberflächen besonders durch Rußablagerungen aus dem Straßenverkehr. Sockelmauerwerk zu einer Wohnanlage in Berlin-Wedding im Quartier Amrumer Straße / Ostender Straße / Lütticher Straße / Limburger Straße, hier Straßenseite / Außenseite der Amrumer Straße 2-10, Architekt Albert Geßner (1868-1953), der aus einer vierseitig geschlossenen Blockrandbebauung bestehende Komplex ist entstanden zwischen 1927 und 1930; Denkmalschutz gemäß Landesdenkmalliste; zum Aufnahmezeitpunkt Sonnenschein von rechts, Aufnahmedatum: 21.4.2016

In den durch diverse Architekturströmungen (Heimatschutzstil, Neues Bauen, Expressionismus, usw.) geprägten 1920er Jahren "... bevorzugten die 'Backsteinarchitekten' zur Belebung der Oberflächen unregelmäßig geformte und gefärbte Steine zweiter und dritter Wahl. Das Brennen bis zur Sinterung und die so erreichte Festigkeit der Klinker sollte neben den erreichten Glanz- und Farbeffekten eine Haltbarkeitsdauer garantieren ...", die z.B. der Hamburger Architekt Fritz Höger für seine expressionistischen Bauten "... auf eintausend bis zweitausend Jahre veranschlagte." (Markus Mittmann: Nationalsozialistisches Bauen ‒ Die "Bernhard-Rust-Hochschule" in Braunschweig ..., Stadtarchiv und Stadtbibliothek Braunschweig 1993, Seite 14).

Man kann davon ausgehen, dass es sich bei dem hier fotografierten Klinkermauerwerk um eine solche bewusste Materialauswahl handelt. Ob allerdings die abgelieferte Verarbeitungsqualität auch so bewusst geplant war, bleibt offen. Unklar ist weiterhin, ob das Mauerwerk ursprünglich noch verfugt werden sollte und dies nur z.B. aus Kostengründen unterblieben ist. Die vertikale Orientierung des Fugenbildes beim Märkischen Mauerverband in Verbindung mit den gotisierenden Kellerfenstern passen jedenfalls zum expressionistischen Zeitgeist. Wegen seiner teils krassen Materialwirkung wurde das Sichtmauerwerk aus Klinkern dieser Qualität von Werner Finke 1985 auch als "Rustika" bezeichnet; Fritz Schumacher nannte 1917 Verblendmauerwerk / Vorsatzmauerwerk ganz allgemein und unabhängig von der Materialqualität "Inkrustation" (baufachlich unpassend, weitere Angaben dazu siehe hier: ). Einige Hinweise zu den Architekturdiskussionen um 1910-1920 siehe weiter unten.

Zur Herstellung der Schmorbrandklinker gibt es in der DBZ Deutsche Bauzeitschrift, Heft 5/2015, einen interessanten Beitrag, von dem nachfolgend ein Auszug wiedergegeben wird; den vollständigen Text findet man auf der Website der DBZ unter https://www.dbz.de/artikel/dbz_Eine_Aussenhaut_aus_Schmorbrandziegel_Kirche_St._Marien_Wangerland_2331885.html

Robert Mehl: Eine Außenhaut aus Schmorbrandziegel. Kirche St. Marien, Wangerland-Schillig. "Der kleine Familienbetrieb brennt seine Klinker noch in einem traditionellen Ringofen. Dabei sind diese nach einem ersten, regulären Brand immer noch rot, besitzen aber schon eine deutlich lebendigere Textur, als deren industrielle Pendants aus dem Tunnelofen. In einer kleinen Ziegelmanufaktur in Belgien erhielten die Klinker einen zweiten so genannten Reduktions- oder Schmorbrand, durch den die Steine noch weitere Feuchtigkeit verlieren und der verwendete Ton teilweise zu reinem Kohlenstoff zerfällt. Dafür werden die Öfen luftdicht abgeschottet, womit das Feuer zum Brennen den elementaren Sauerstoff des Tones nutzen muss. Chemisch liegt dieser in dessen Ferritanteil vor, der Grund warum Ziegel überhaupt rot sind. Denn Eisenoxid ist nichts anderes als Rost. Der zweite Brand zerlegt den Ton in seine chemischen Bestandteile, in reinen Kohlenstoff und in Eisen. In der Folge werden die Klinker langsam von außen nach innen schwarz und ihre Oberfläche bekommt eine metallische Verfärbung, sowie durch andere zersetzte Bestandteile diverse Salzverkrustungen und Ausblühungen. Bedingt durch den handwerklichen Charakter der Ringofenproduktion, sind diese Texturen von Stein zu Stein unterschiedlich. Leider verformen sich die Ziegel mitunter auch sehr stark, so dass bis zu 5 % aussortiert werden müssen. Auch sind die fertigen Ziegel zunächst staubig wie Steinkohle-Briketts."









 

Ziegelmauerwerk, Klinker-Verblendmauerwerk um 1927-1930 im Märkischen Verband, unveränderter Originalzustand ohne separate Verfugung, kaum verschmutzte Oberflächen, zu allen weiteren Angaben siehe vorstehende Bildgruppe (es handelt sich um den gleichen Wohnkomplex). Sockelmauerwerk zu einer Wohnanlage in Berlin-Wedding im Quartier Amrumer Straße / Ostender Straße / Lütticher Straße / Limburger Straße, hier verschiedene Bereiche der Hofseite / Gartenseite der Ostender Straße 30-38; Fassade über dem Klinkermauerwerk mit Kieselkratzputz unter kräftiger Fassadenfarbe; zum Aufnahmezeitpunkt Sonnenschein von links, Aufnahmedatum: 21.4.2016












 

Ziegelmauerwerk, Klinker-Verblendmauerwerk um 1927-1930 im Märkischen Verband, unveränderter Originalzustand ohne separate Verfugung, nur mäßig verschmutzte Oberflächen, zu allen weiteren Angaben siehe die vorstehenden beiden Bildgruppen (es handelt sich um den gleichen Wohnkomplex). Sockelmauerwerk zu einer Wohnanlage in Berlin-Wedding im Quartier Amrumer Straße / Ostender Straße / Lütticher Straße / Limburger Straße, hier verschiedene Bereiche der Straßenseite / Außenseite der Limburger Straße 1-19, durch Straßenbäume teilweise leicht verschattet; zum Aufnahmezeitpunkt Sonnenschein von links, Aufnahmedatum: 21.4.2016






 

Zur Architekturdiskussion um das Thema Klinker / Backstein für Sichtmauerwerk / Vorsatzmauerwerk gibt es aufschlussreiche zeitgenössische Texte, die den Stellenwert dieser neuen Geisteshaltung im Backsteinbau / Ziegelrohbau widerspiegeln. Die beiden bedeutendsten Persönlichkeiten für den führenden norddeutschen Raum waren dabei Fritz Schumacher und Fritz Höger:

Der Architekt, Stadtplaner, Hamburger Oberbaudirektor und vielfache Publizist Fritz Schumacher (1869-1947) schreibt über die Zeit um 1915 in seinen Lebenserinnerungen: "Von der literarischen Backsteinbewegung, die um diese Zeit einsetzte, hielt ich mich zur Enttäuschung ihrer Führer ganz zurück. ... Diese literarische Richtung stand aber auch oft zu sehr im Bann einer formal verstandenen 'Heimatkunst'bewegung. ... Ein Bau, der sein Leben nur im Backstein selber suchte, der alle Wirkung aus dem Handstrichstein oder dem Klinker oder einer sinnvollen Mischung beider Materialarten gewann, schien mir besonders wertvoll. Zuerst war es allerdings ein Kunststück, überhaupt einen anständigen natürlichen Backstein zu bekommen. Es gab nur künstlich frisierte Materialien, auf die man umso stolzer war, je unkünstlerischer sie in ihrer glatten Gleichmäßigkeit wirkten. Vielleicht war es die schwerste Seite dieser Reformbestrebungen, die bei den Ausschreibungen anbietenden Firmen wieder zur Herstellung eines lebensvoll und natürlich gebrannten Steines zu bringen. Anfangs musste ich mich manchmal mit Hintermauerungssteinen behelfen, weil das 'normale' Material unerträglich war." (Fritz Schumacher: Stufen des Lebens. Erinnerungen eines Baumeisters. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin 1935; Seiten 305-306).

Zum Flächenmauerwerk im Märkischen Verband äußert sich Fritz Schumacher in einer weiteren Publikation nur kurz im Vergleich mit den anderen traditionellen Mauerverbänden: "Um ... das Lagerhafte noch stärker zu betonen, was dem ganzen Mauerwerk eine erhöhte Wucht verleiht, kann man in jeder Schicht nach Art des sogenannten 'märkischen' Verbandes die Bindung in Mauertiefe immer erst nach je zwei Steinen sich vollziehen lassen. Man erhält dann das Bild von zwei Läufern, denen erst ein Kopfstück folgt. Die Versetzung in der folgenden Schicht zeigt sich also erst nach einer vollen Steinlänge, so dass ein weit lockererer und ruhigerer Eindruck erzielt wird." (Fritz Schumacher: Das Wesen des neuzeitlichen Backsteinbaues. Verlag von Georg D.W.Callwey, München 1920; Seiten 102-103). Er betont damit genau das Gegenteil von dem, was später die expressionistisch arbeitenden zeitgenössischen Architekten an diesem Verband so schätzten: die vertikale Orientierung der Flächentextur durch die vertikale Reihung der Binderköpfe, siehe dazu die Fotos auf dieser Webseite. Auf bautechnische Vorteile des Märkischen Verbandes geht er nicht ein. Das Manuskript zu diesem Buch wurde 1917 abgeschlossen, es widmet sich auf weiten Strecken der Auseinandersetzung mit der teils modisch-sentimental, teils ideologisch geprägten "bodenständigen Gesinnung der Heimatkunst". Die später als "Backsteinexpressionismus" oder "Klinkerexpressionismus" bezeichnete Architekturströmung setzte erst nach 1918 ein.

Der Architekt Fritz Höger (1877-1949), der das berühmteste und bis dato größte Kontorgebäude Deutschlands entworfen hat, das Chilehaus (1922-1924) in Hamburg, eine Ikone des norddeutschen "Klinkerexpressionismus", hat sich zur Materialauswahl für die Fassade wie folgt geäußert: "Die Wirkung des Hauskörpers beruht aber nicht zum wenigsten auch in der Materialwirkung. Die Vormauerung der sämtlichen Fronten ist in Oldenburger Klinkern ausgeführt, und zwar an den Straßenfronten in verbrannten Klinkern. Es mag scherzhaft klingen, Steine dritter Qualität sind hier verwendet, dritter Qualität deswegen, weil die Steine ein verschiedenes Aussehen haben, der eine Stein ist immer noch mehr verbrannt und versintert, noch krummer und schiefer als sein Nachbar, der eine ist ganz rauh, der andere blank wie buckliges Glas. Der Stein hat aber nicht nur farbige Wirkung, sondern, was viel wichtiger ist, starke Spiegel- oder Reflexwirkung. Darin liegt der Reiz des Ganzen und das feine Reagieren auf jede Wetter- und Lichtstimmung. Durch die Materialwirkung erhält das Haus Leben, ... Den Reflexwirkungswert des Steinmaterials in höchstem Maße auszuwerten, war mir eine sehr wichtige Detaillierungsaufgabe." (Fritz Höger: Einige sachliche Angaben zum Bau des Chilehauses in Hamburg. Enthalten in: Zentralblatt der Bauverwaltung mit Nachrichten der Reichs- und Staatsbehörden. 45.Jahrgang 1925, Verlag von Guido Hackebeil A.-G. Berlin; Seiten 13-16 und 34-37). Das gesamte normale Flächenmauerwerk (Basisflächen) am Chilehaus ist im Märkischen Verband ausgeführt.


 

Ziegelmauerwerk, Klinker-Verblendmauerwerk um 1935 im Märkischen Verband, unveränderter Originalzustand; Klinker mit rauer feinkörniger Oberfläche, kleines norddeutsches oder holländisches Ziegelformat um 21 x 10 x 5,5 cm mit größeren Maßschwankungen (holländisches Waalformat, Oldenburger Format ?); Gebäude auf der "Bastion Brandenburg" der Zitadelle / Festung von Berlin-Spandau; Aufnahmedatum: 25.3.2015




 

Ziegelmauerwerk, Ziegel-Verblendmauerwerk um 1930 im Märkischen Verband, wohl Hartbrandziegel, aber keine Klinker, offenbar unveränderter Originalzustand des Mauerwerks; Giebelseite eines Bauernhauses in Schleesen (Ortsteil von Kemberg, Landkreis Wittenberg; Sachsen-Anhalt), Unter den Linden; Aufnahmedatum: 20.8.2015




 

Ziegelmauerwerk, Ziegel-Verblendmauerwerk von 1953 (datiert) im Märkischen Verband, unveränderter Originalzustand des Mauerwerks; Giebelseite eines niederdeutschen Bauernhauses in Heinbockel (Landkreis Stade; Niedersachsen), Dorfstraße; Aufnahmedatum: 22.8.2016


 

Ziegelmauerwerk, Ziegel-Verblendmauerwerk im Märkischen Verband; Außenseite eines Wirtschaftsgebäudes in Kemberg (Landkreis Wittenberg; Sachsen-Anhalt), Bauzeit nicht bekannt (wohl Mitte 20.Jahrhundert ?); Aufnahmedatum: 20.8.2015


 

Ziegelmauerwerk, historisch, Johanneskirche von 1936 in Berlin-Frohnau (Berlin, Stadtbezirk Reinickendorf, Ortsteil Frohnau) nach Entwürfen von Walter Krüger und Johannes Krüger; zweifarbiges Ziegelverblendmauerwerk in sehr seltener Ausführung (!): jeweils drei hochkant verlegte Ziegel-Läuferschichten werden unterbrochen von ein oder zwei normal (flach) verlegten glasierten Ziegel-Läuferschichten, es gibt keine Binderziegel; durchschnittliche Ziegelmaße etwa 240-260 x 120 x 60-65 mm, angestrebt war vermutlich das Reichsformat 250 x 120 x 65 mm; die unglasierten Ansichtsflächen der hochkant verlegten Ziegel zeigen eine sehr interessante grobe Materialstruktur, vmtl. wurden sie im traditionellen Handschlagverfahren hergestellt; die letzte Bildreihe zeigt das Mauerwerk des Anbaus (Gemeindehaus, Pfarrhaus); Aufnahmedatum: 22.6.2010






 

Ziegelmauerwerk, Klinkerverblendmauerwerk / Ziegelverblendmauerwerk / Vorsatzmauerwerk von 1935 in geometrischer Ziermauerung; Fassade eines großen Hallengebäudes auf dem Ausstellungsgelände (Weltausstellung / Expo) in Brüssel / Bruxelles (Belgien) im Stadtteil Heysel / Heizel; Aufnahmedatum: 30.8.2012






 

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