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Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation

Bildarchiv Norbert Rauscher - Fotoarchiv historische Architektur
Baudenkmale und Architekturgeschichte

 

Stockphoto-Galerie Nr.5  Foto, Fotografie, Bild, Abbildung

Texturen, Strukturen, Oberflächen, Materialien, historische Baustoffe, Dachdeckungen 

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16, Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de
Internet: www.fotografie-architektur.de, www.fotografie-landschaft.de
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Dachdeckung, Altdeckung Dachsteine, ungefärbte Betondachsteine / Betondachplatten im unbehandelten Originalzustand auf einem Nebengebäude um 1910-1920 zu einem Bauernhof in Kuschkow (Niederlausitz, Landkreis Dahme-Spreewald; Brandenburg); alte Betondachsteine in Rautenform (Zementstein-Rauten mit Falz; Rautenplatten, Beton-Dachplatten), Nachfolgemodell der um 1845 von Adolph Kroher in Niederbayern erfundenen "Cement-Dachplatte" / "Cementplatte", nur noch selten erhalten; die Besiedlung der Dachplatten mit hellen Flechten ist unschädlich und stellt keinen bautechnischen Mangel dar (weitere Informationen dazu siehe unten); Aufnahmedatum: 12.4.2009

Literatur:
Dobson, C. G.: Geschichte des Betondachsteins. Seine Herkunft und Entwicklung in Deutschland. Mit Notizen über technische Einzelheiten von F. L. Brady, A.R.I.C., Technischer Direktor der Marley Tile Company. Herausgeber: Marley Werke GmbH Wunstorf, Druck: P. Hagemann Nachf., Hildesheim 1959, ab Seite 104; als Digitalisat zu finden unter Dachziegelarchiv.de
Dachdeckung mit Cementplatten. Handbuch der Architektur. Dritter Theil: Hochbau-Constructionen. Verlag von Arnold Bergsträsser, Darmstadt 1894. Zweiter Band, Heft 5: Dachdeckungen. Kapitel 37c, ab Seite 89; als Digitalisat zu finden unter Dachziegelarchiv.de


 

Dachdeckung, Altdeckung Dachsteine, Rautendachplatten, Betondachsteine / Betondachplatten in Rautenform im unbehandelten Originalzustand auf einem Stallgebäude zu einem Bauernhof in Byhlen (Landkreis Dahme-Spreewald; Brandenburg); Beschreibung wie vorstehend; Aufnahmedatum: 17.8.2011


 

Dachdeckung, Altdeckung Dachsteine, Rautendachplatten, Betondachsteine in Rautenform (Zementsteinrauten mit Falz / rautenförmige Zementfalzplatten / Cement-Dachplatten) im unbehandelten Originalzustand auf einer Scheune in Stöckheim (Altmark; Sachsen-Anhalt) wohl noch aus der Zeit vor 1920 (!) als Ersatz für Reet- oder Strohdeckung, inzwischen leicht von Flechten und Moos besiedelt; das letzte Bild zeigt den desolaten Zustand am Ortgang, durch den die Verfalzung an den oberen Steinkanten sichtbar wird; Aufnahmedatum: 13.7.2007


 

Dachdeckung, Altdeckung Dachsteine, Betondachsteine, auf einem Bauernhaus um 1910 in Radensdorf (Niederlausitz, Landkreis Dahme-Spreewald; Brandenburg); Betondachsteine / Betondachplatten in Rautenform, siehe Beschreibung oben, teilweise mit Moos und Flechten bewachsen, vor längerer Zeit mit roter filmbildender Farbe beschichtet, diese löst sich jedoch schon wieder und blättert ab; Aufnahmedatum: 17.8.2011


 

Dachdeckung, Altdeckungen Dachsteine, Betondachsteine / Betondachplatten, verschiedene Formen / Modelle an verschiedenen Orten, teils von Moos und Flechten besiedelt; alles Gebäude im Bundesland Brandenburg.


 

Dachdeckung, Altdeckung Dachsteine, graue ungefärbte Betondachsteine, Modell "Doppelrömer" aus DDR-Produktion (weitere Angaben dazu siehe unten), auf dem Nebengebäude zu einem Bauernhof in Schlepzig (Niederlausitz; Brandenburg); mäßig von Flechten besiedelt, mit echter Traufe (ohne Dachrinne); Aufnahmedatum: 17.9.2011



 

Dachdeckung, Altdeckung Dachsteine, massegefärbte Betondachsteine Modell "Doppelrömer" aus DDR-Produktion ohne besondere Oberflächenbehandlung, Oberfläche ursprünglich vermutlich "granuliert", Farbstoff inzwischen teilweise ausgewaschen, beide Deckungen zum Aufnahmezeitpunkt etwa 25 Jahre alt; teils mit grauweißer Mauer-Krustenflechte und nur wenig mit Moos bewachsen; zwei Orte im Bundesland Brandenburg, Aufnahmedatum: 4.4.2010 (erste zwei Bildreihen) und 20.3.2011 (letzte Reihe)





Flechten auf Betondachsteinen: Flechten sind Lebensgemeinschaften (Symbiosen) zwischen Pilzen und Algen, es sollen weltweit mehr als 20.000 Arten existieren. Aus bautechnischer Sicht sind vor allem zwei Gruppen interessant: Flechten, die auf Silikatgesteinen siedeln sowie Flechten auf Karbonatgesteinen. Silikatgesteine sind Hartgesteine (z.B. Granit, Gneis, Basalt), Karbonatgesteine sind kalkhaltige Gesteine (z.B. Kalkstein, Dolomitstein, Marmor). Betondachsteine sind in diesem Sinne künstliche (anthropogene) Karbonatgesteine, im Wesentlichen eine Mischung aus Quarzsand und Zement (Hauptbestandteil von Zement ist Kalk), deshalb siedelt hier meist die Gruppe der karbonatbewohnenden Flechten. Zu dieser Gruppe gehören die Krustenflechten. Im mitteldeutschen Raum findet man auf Beton (Bodenplatten, Pflaster, Dachsteine, Mauerabdeckungen) am häufigsten die graue oder grauweiße Krustenflechte / Mauer-Krustenflechte / Mauerflechte, diese Flechte ist auf den Fotos oben zu sehen.

Aus ökologischer Sicht sind Krustenflechten Erstbesiedler auf neuen / nackten Gesteinsoberflächen, sie bereiten kalkhaltige Gesteine und somit auch Mauermörtel, Kalksandsteine und Beton durch Säureabsonderung auf Folgepflanzen vor indem die Flechtensäuren über lange Zeiträume den Kalk lösen und somit die Oberflächenverwitterung in Gang setzen. Die Steinflächen werden rau und porös und bieten dadurch den Folgepflanzen (z.B. Moos) besseren Halt. Flechtensäuren sind ausgeschiedene Stoffwechsel-Nebenprodukte der Pilze. Die unversiegelten und meist schon leicht angewitterten Oberflächen der alten Betondachsteine sind bevorzugtes Siedelgebiet für die äußerst anspruchslosen und widerstandsfähigen Krustenflechten, die Verbreitung der Sporen erfolgt durch den Wind.

Das Flechtenwachstum und die damit verbundene Oberflächenverwitterung verlaufen jedoch extrem langsam und sind somit aus bautechnischer Sicht zumindest bei Betondachsteinen kein Problem. Flechten verkürzen nicht die Lebensdauer von Dachsteinen, die Steinverwitterung setzt nach etwa 10 Jahren auch ohne Flechten ein, die Oberflächen von Dachsteinen aus früherer Produktion sanden dann leicht ab, man findet den Sand in der Dachrinne ‒ völlig unbedenklich. Dachdeckungen werden so gut wie immer aus optisch-gestalterischen Gründen erneuert und nicht wegen bautechnischer Mängel. Nicht zufällig sieht man auf Nebengebäuden noch teils 100 Jahre alte Betondachsteine (siehe die Rauten-Dachsteine oben). Die hier in dieser Bildgruppe gezeigten Dachsteine aus DDR-Produktion lagen zum Aufnahmezeitpunkt etwa 25 Jahre auf dem Dach, ohne die geringsten Probleme, sie liegen dort noch immer (Stand 2021). Die Beeinträchtigung ist rein optischer Natur, wer sich daran nicht stört und mit Interesse das Wechselspiel von Natur und Bauwerk beobachtet, wird seine Freude haben und die Flechten als Bereicherung empfinden. Flechten auf Dachflächen sind Umweltindikatoren. Nur Dachsteinhersteller und Dachdecker sind mangels Umsatz verärgert.

Am schlimmsten aber sind die Drückerkolonnen, die mittels Postwurfsendung "Dachreinigung und Oberflächenversiegelung vom Fachmann" anbieten und sofort nach der Arbeit bar abkassieren. Die scharfe Reinigung mit dem Hochdruckreiniger führt erst recht zur Oberflächenzerstörung. Krustenflechten greifen zwar das Substrat an, sie schützen aber den Stein mit ihrer Kruste auch vor Verwitterung. Erst wenn die Flechte entfernt und damit die angegriffene Steinfläche wieder freigelegt wird, kommt es verstärkt zur Erosion. Die danach aufgetragene Farbbeschichtung beginnt sich in der Regel schon nach wenigen Jahren wieder zu lösen, das Gesamtbild wirkt dann fleckig. Außerdem verhindern die meist filmbildenden Anstrichstoffe das schnelle Abtrocknen der Dachsteine nach Niederschlägen, denn feucht werden die alten Dachsteine trotz Anstrich, die Wasseraufnahme erfolgt dann primär über die Fugen und die Unterseiten der Dachsteine. Einige Hinweise zu Moosbewuchs auf Dachflächen finden Sie hier:  

Literatur zum Thema Krustenflechte und zu Flechten allgemein:
 Wolfgang von Brackel: Gewöhnliche Mauerflechte (Lecanora muralis), Flechte des Jahres 2021. Text und Fotos auf der Website der Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa e.V. (BLAM), siehe unter
https://blam-bl.de/blam/flechte-moos-des-jahres/mfdj2021.html?lang=de (abgerufen am 16.6.2021)
Andrea Benedetter-Herramhof: Flechten ‒ Farbe, Gift & Medizin. Ausstellungskatalog, Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums Linz 2016
 Ulrich Kirschbaum: Flechtenbilder. Eine umfangreiche Sammlung von Flechtenbildern mit Kurzbeschreibungen (leider englisch), alphabetisch geordnet, zu finden auf der Website der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), Campus Gießen, unter https://www.thm.de/lse/ulrich-kirschbaum (abgerufen am 16.6.2021)

(Dieser Text wurde hier erstmalig veröffentlicht am 16.6.2021, letzte Ergänzung am 20.6.2021)
 


 

Dachdeckung, massegefärbte / durchgefärbte Betondachsteine Modell "Doppelrömer" aus DDR-Produktion 1986, einfache Ausführung mit Oberflächenbehandlung durch Zementschlämme in etwa im Farbton der Durchfärbung, jedoch ohne besondere Oberflächenbehandlung durch Kunststoffbeschichtung / Plastbeschichtung; Unterseite bezeichnet mit "Made in GDR" sowie "SZWL" (VEB Sächsische Ziegelwerke Dresden, Sitz Langburkersdorf, kurz: Sächsische Ziegelwerke Langburkersdorf ‒ SZWL), hergestellt und geliefert 1986, hier im Foto der "Doppelrömer Normalstein N3" (Produktvariante "N3" mit rückseitig unten drei Querrippen); ungenutzter Neuzustand, seit 1986 witterungsgeschützt und trocken auf dem Dachboden gelagert; Aufnahmedatum: 5.7.2021




Die normative Nutzungsdauer für Betondachsteine vom Typ "Doppelrömer" wurde vorgegeben von der Bauakademie der DDR, Institut für Wohnungs- und Gesellschaftsbau. Die Hersteller hatten eine Garantie von 12 Jahren zu leisten für Frostbeständigkeit und Wasserundurchlässigkeit (Regensicherheit), die Lebensdauer der Betondachsteine wurde mit ca. 20-30 Jahren angegeben. Flächenmaß des Einzelsteins: 330 x 420 mm (Deckbreite 300 mm), Bedarf je m2 Deckfläche: ca. 10 Stück (je nach Lattenweite), Gewicht des Einzelsteins: ca. 4,5 Kg; angeboten wurden auch Halbsteine, so dass die Verlegung in Reihe oder im Verband erfolgen konnte. Lieferbar waren Steine mit glatter oder granulierter Oberfläche in den Farben Grau (ungefärbt), Rot, Braun, Schiefergrau und Blau sowie ab 1977 mit plastbeschichteten Oberflächen in den Farben Rotbraun, Schiefergrau und Blau (Angaben nach Katalogwerk Bauwesen 1976, siehe unten). Auch gab es die drei Varianten N1, N2 und N3 mit rückseitig unten ein, zwei oder drei Querrippen, es wurde wohl in den einzelnen Produktionsstätten jeweils nur eine dieser Varianten hergestellt.

Der Betondachstein Typ "Doppelrömer" wurde in der DDR produziert seit 1968 zuerst von den VEB Lausitzer Dachziegelwerke in Langburkersdorf (Sachsen), später in riesigen Stückzahlen auch von anderen Werken der Firmengruppe VVB Bau- und Grobkeramik Halle/Saale (später: VEB Kombinat Bau- und Grobkeramik Halle), formal identisch z.B. mit der "Frankfurter Pfanne" von Braas (dort produziert seit 1954), bis 1990 war der Doppelrömer das dominierende Dachdeckungsmaterial in der DDR und prägte ganze Landschaften. Die Verkaufspreise im Baustoffhandel für die rote Variante (ohne Plastbeschichtung) lagen in den 1980er Jahren für die Bevölkerung (EVP, Einzelhandelsverkaufspreis) bei etwa 0,90 Mark pro Stück, umgerechnet heute also etwa 0,23 €. Aktuell (Stand 2021) werden diese Dachsteine aus privatem Bestand noch vielfach im Internet sehr preiswert angeboten; falls sie nicht im Einsatz waren und witterungsgeschützt gelagert wurden, spricht nichts gegen eine Verwendung z.B. auf Nebengebäuden oder zu Reparaturzwecken. Wenn ein denkmalgeschütztes DDR-Gebäude möglichst originalgetreu erhalten bzw. rekonstruiert werden soll und diese Dachdeckung dem ursprünglichen Zustand entspricht, dann sollte man sie auch beschaffen und einsetzen, mindestens weitere 40 Jahre sind dann gesichert. Die Frage der Gewährleistung kann hier für die Materialqualität (nicht für die Verlegung) wie auch beim Einsatz anderer historischer Bauelemente gesondert geregelt oder ausgeklammert werden. Das sollte kein Problem sein.

Interessant ist die Geschichte dieses Betondachsteins, der in der DDR die korrekte Typenbezeichnung "Doppelrömer" erhielt. Der Dachstein war formal identisch unter anderem mit dem Modell "Frankfurter Pfanne" von Braas (Frankfurt am Main), dort seit 1954 zusammen mit dem englischen Partner Redland Ltd. produziert. Genau dieser Betondachstein wurde jedoch in England mindestens schon seit 1950 hergestellt unter der Bezeichnung "Double Roman" (Doppelrömer) bzw. "Double Roman Concrete Roof Tile" (Doppelrömer Betondachstein), z.B. von der damaligen Firma Marley Tile Company unter der Bezeichnung "Double Roman" oder von Redland Ltd. unter der Bezeichnung "Redland 50 Double Roman". Der Maschinenbau-Ingenieur und Unternehmer Rudolf Heinrich Braas (1902-1974) hatte 1953 aus England eine Produktionsmaschine zur automatischen Dachsteinherstellung zusammen mit den Pressformen für diesen Dachstein importiert, die Maschine verbesserte er in den folgenden Jahren technisch, das Dachstein-Modell "Double Roman" produzierte er vorerst unverändert weiterhin in der ursprünglichen englischen Form, jedoch unter der neuen Bezeichnung "Frankfurter Pfanne", unter dieser Bezeichnung legte er es am 5.4.1956 dem Amt für Baustoffprüfung in Frankfurt am Main zur Materialprüfung vor (Prüfurkunde siehe unter www.dachziegelarchiv.de). Als keramischer Dachziegel und Vorbild für den Betondachstein war der "Double Roman" besonders im südwestlichen England schon seit dem späten 19.Jahrhundert im Einsatz, entwickelt im Zeitgeist des Historismus und zunehmend maschinell hergestellt, die Gestaltung wurde abgeleitet aus der von den Römern in England eingeführten Tegula-Imbrex-Deckung, daher auch die Bezeichnung als "Römer".

Weitere Kopien des englischen "Double Roman" entstanden gleichzeitig oder in den Folgejahren, teils wohl aus rechtlichen Gründen mit wenigen Millimetern Maßabweichung, so z.B. durch die Firma Nelskamp unter den Bezeichnungen "Finkenberger Pfanne", durch Eternit unter der Bezeichnung "Heidelberger Dachstein Standard", andere Hersteller nannten die Dachsteine "Sachsenpfanne" oder "Benders Mecklenburger", usw. Auch die englischen Marley-Werke produzierten in ihrer neuen deutschen Niederlassung in Wunstorf bei Hannover ab 1953 den "Double Roman" unter der Bezeichnung "Typ Hessen". Alle westdeutschen und heute gesamtdeutschen Produzenten kopierten das englische Original und verbesserten es erst wesentlich später geringfügig durch Oberflächenveredelung in diversen Farbvarianten sowie Glättung und Abrundung der Schnittkanten, verschleiern jedoch bis heute die Herkunft dieses berühmten Betondachsteins, indem sie nicht die Originalbezeichnung verwenden sondern neue (auf Deutschland verweisende) Modellbezeichnungen erfinden. Nur in der DDR wurde korrekt mit der ins Deutsche übersetzten ursprünglichen Modellbezeichnung gearbeitet: Double Roman = Doppelrömer.

Literatur und weitere Informationen:
Betondachstein Format Doppelrömer, Kundeninformation / Prospekt zur Produkteinführung, VEB Lausitzer Dachziegelwerke, Sitz Langburkersdorf (Kreis Sebnitz/Sachsen), Leitbetrieb der Erzeugnisgruppe Dachziegel / Dachsteine in der VVB Bau- und Grobkeramik Halle/Saale, Langburkersdorf 1968; als Digitalisat zu finden unter Dachziegelarchiv.de
Katalogwerk Bauwesen der DDR, Aktualisierungsdienst, Änderungsmitteilung zum Katalog R 7307 PWD, betr.: Betonsteine Typ "Doppelrömer", herausgegeben Oktober 1976, Bearbeitung im Auftrag der Bauakademie der DDR durch VEB Ingenieurbüro für Baureparatur und Rekonstruktion Berlin, in Kraft getreten ab 31.1.1977 (Ersatz für Katalog von 1973 und TGL 23383/02 von 1974)
Marley Limited (https://www.marley.co.uk), führender englischer Hersteller für Dachsysteme und Ursprung der industriellen Produktion von Betondachsteinen in Großbritannien, gegründet 1924 durch Owen Aisher als Marley Tile Company; Website für das Modell "Double Roman" unter https://www.marley.co.uk/roof-tiles/concrete-roof-tiles/double-roman (abgerufen am 23.6.2021). Der "Double Roman" wird unverändert bis heute als Betondachstein in der ursprünglichen Form mit rauen Schnittkanten von mehreren Herstellern in Großbritannien produziert, inzwischen werden verschiedene Farben angeboten; als Standardmaße (standard dimensions) gelten nach wie vor 330 x 420 mm, Deckbreite = 300 mm.
Dobson, C. G.: Geschichte des Betondachsteins. Seine Herkunft und Entwicklung in Deutschland. Mit Notizen über technische Einzelheiten von F. L. Brady, A.R.I.C., Technischer Direktor der Marley Tile Company. Herausgeber: Marley Werke GmbH Wunstorf, Druck: P. Hagemann Nachf., Hildesheim 1959; Foto des Double Roman "Typ Hessen" von Marley auf Seite 123
Redland Limited (https://redland.co.uk/about-us/history), gegründet 1919 unter der Firmierung Redhill Tile Company, Produzent von Betondachsteinen "Double Roman" ab 1950, Partner (Minderheitsbeteiligung) von Braas ab 1954 bei der Fertigung des "Double Roman" unter der Modellbezeichnung "Frankfurter Pfanne". (Website abgerufen am 23.6.2021)
Markus Hoeft: Betondachsteine ‒ Selbstbewusst und emanzipiert. Enthalten in: bba Bau Beratung Architektur, Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH, Leinfelden-Echterdingen 2002, Heft 5 Mai 2002, Seiten 20-24

(Dieser Text wurde hier erstmalig veröffentlicht am 16.6.2021, letzte Ergänzung am 5.7.2021)
 


 

Dachdeckung, Altdeckung, Mischdeckung / Reparaturdeckung / Umdeckung aus Resten einer alten Biberschwanz-Kronendeckung und neueren Betondachsteinen aus DDR-Produktion (Typ "Doppelrömer", siehe oben); Stallgebäude zu einem Bauernhof in der Niederlausitz (Brandenburg), Dachdeckung mit "echter" Traufe (ohne Dachrinne); Aufnahmedatum: 4.4.2010




 

Dachdeckungen, Altdeckungen; Wellasbest-Platten, teils mit Farbe beschichtet; diverse Orte


 

Dachdeckungen, Altdeckung, Wellplatten aus Asbestzement, komplett als Dachdeckung mit Firstkappen; Stallgebäude zu einem ehemaligen Ackerbürgerhof in Friedland (Niederlausitz; Brandenburg); Aufnahmedatum: 15.8.2011


 

Dachdeckungen, Altdeckung, Wellplatten aus Asbestzement auf einem Neubauernhaus der Bodenreformzeit um 1946/1948


 

Dachdeckungen, Altdeckung Wellasbest-Platten auf einer Scheune, auf Dachlattung geschraubt; mit Altanstrich / Farbe beschichtet, abgewittert




 

Holzschindeln als Dachdeckung, Holzschindeldeckung, Schindeldeckung, Dachschindeln; Spaltholzschindeln in Doppeldeckung, Stirnseiten maschinell geschnitten, noch relativ neu, schon etwas ausgewaschen und vergraut / ausgeblichen, verlegt im Denkmalbereich auf einem historischen Gebäude auf der Insel Mont-Saint-Michel am Ärmelkanal (Région Basse-Normandie, Département de la Manche; Frankreich); zuletzt eine alte Schindeldeckung auf einem Nachbargebäude am gleichen Ort mit Musterschindeln / Formschindeln, Dachrinne aus Zinkblech, Fassadenbegrünung mit Efeu; Aufnahmen bei sehr schlechten Lichtverhältnissen, Aufnahmedatum: 26.7.2013

Literatur:
Rainer W. Leonhardt: Holzschindeln. Aufsatz in der Fachzeitschrift "Restaurator im Handwerk", Heft 1/2011, Seiten 29-30
Gerhard Beyer: Holzschindeln im Alpenraum. Die Natur-Bekleidung aus Holz. Aufsatz in der Fachzeitschrift "Restaurator im Handwerk", Heft 4/2015, Seiten 57-59




 

Holzschindeln als Dachdeckung, Holzschindeldeckung / Schindeldeckung / Dachschindeln auf dem Satteldach eines bäuerlichen Nebengebäudes im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim (Mittelfranken; Bayern); Spaltholzschindeln in Doppeldeckung genagelt, vermutlich Nadelholz (Fichte, Tanne), sehr dünn gespalten, schon stark ausgewaschen und vergraut; Aufnahmedatum: 2.9.2015




 

Dachdeckungen, Reetdeckung, verschiedene Altdeckungen, teils stark mit Moos bewachsen; Museumsdorf Berlin-Düppel (erste drei Bildreihen, Aufnahmedatum: 13.4.2008) und Museumsdorf Cloppenburg (letzte zwei Fotos, Aufnahmedatum: 25.9.2007)

Literatur: Jonas Kuckuk, Annemarie Rothe: Reet als historischer Baustoff. Aufsatz in der Fachzeitschrift "Restaurator im Handwerk", Heft 1/2011, Seiten 31-34





 

Dachdeckung, Reetdeckung, Neudeckung (links) neben Altdeckung (rechts), diese mit Moos bewachsen und teilweise schon verwittert; Fachwerk-Nebengebäude in Jork (Altes Land, Landkreis Stade; Niedersachsen); Aufnahmedatum: 18.8.2016


 

Dachdeckung, Reetdeckung, Altdeckung, mit Gras und Moos bewachsen; Gebäude neben der Burg Lenzen (Westprignitz, Prignitz; Brandenburg), Aufnahme von oben vom Burgturm aus; rechts im Bild die Firstsicherung mit verzinktem Bindedraht: hier wächst kein Moos, weil Zink toxisch wirkt (Zinkauswaschung bei Regen); Aufnahmedatum: 23.9.2007


 

Dachdeckungen, Reetdeckung, ca. fünf Jahre alte Neudeckung mit ersten Ansätzen von Algen- und Moosbewuchs; zwei Nebengebäude zu niederdeutschen Bauernhäusern in Wilsede (Lüneburger Heide; Niedersachsen); Aufnahmedatum: 3.10.2007

Literatur: Jonas Kuckuk, Annemarie Rothe: Reet als historischer Baustoff. Aufsatz in der Fachzeitschrift "Restaurator im Handwerk", Heft 1/2011, Seiten 31-34






 

Dachdeckung, Reetdeckung auf einem niederdeutschen Hallenhaus in Dollern (Landkreis Stade; Niedersachsen), noch nicht sehr alt, mit einigen abgelagerten welken Blütenblättern von Linden; Aufnahmedatum: 18.8.2016



 

Dachdeckung, Reetdeckung / Schilfrohrdeckung auf verschiedenen Gebäuden im Freilichtmuseum / Spreewald-Museum Lehde (Ortsteil von Lübbenau, Spreewald; Brandenburg); durchgängig saniert und instand gesetzt, teilweise jedoch schon vor längerer Zeit; historische Fachwerkbauten und Blockbauten; Aufnahmedatum: 9.8.2011








 

Dachdeckung, Strohdeckung, vermutlich Roggenstroh, ältere Deckung auf einem Fachwerkhaus, mit Moos und Flechten bewachsen; Schornsteinkopf aus Sandsteinquader-Mauerwerk; Freilichtmuseum Detmold (Westfalen); Aufnahmedatum: 16.5.2010



 

Dachdeckung, Strohdeckung (engl.: longstraw thatching - Langstroh-Dachdeckung) auf zwei älteren Wohngebäuden in Ditteridge (südliche Cotswolds, Grafschaft Wiltshire; England) mit traditioneller Firstsicherung, in beiden Fällen die gesamte Dachfläche vollständig unter Drahtgewebe / Maschendraht (dies hat natürlich keine Tradition); das Dach des Anbaus auf dem ersten Bild ist mit Kalkplatten gedeckt; ausführliche Informationen einschließlich Erläuterung der Fachbegriffe zu dieser traditionellen Art der Strohdeckung in England gibt es z.B. auf der englischen Website www.buildingconservation.com; Aufnahmen bei trübem Wetter, Aufnahmedatum: 16.7.2014



 

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