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Bildarchiv Rauscher - Fotoarchiv historische Architektur

Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation
Baudenkmale und Architekturgeschichte in Sachsen-Anhalt

 

Stockphoto-Galerie Nr.2b

Stadtkirche, Stadtfriedhof, Kathedrale, Dom, Kloster, Stift, Hospital, Grabmal, Mausoleum
Historische kirchliche Gebäude und Architekturdetails

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
Architektur- und Planungsbüro, D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16
Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de, Internet: www.rauscher-architekt.de

 

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Gernrode (seit 2011 Ortsteil von Quedlinburg; Sachsen-Anhalt), romanische / ottonische Stiftskirche Sankt Cyriakus, errichtet ab 959 für ein Kanonissenstift (später Damenstift) in mehreren Bau- und Umbauphasen bis etwa 1180; dreischiffige romanische Basilika mit West- und Ostapsis, Querschiff mit östlichen Nebenapsiden, Emporen über den Seitenschiffen, darüber Obergaden (Fensterreihen) im Mittelschiff, Westseite mit Turmfassade aus hohem Mittelbau mit zwei Rundtürmen und Apsis aus Kalkstein-Quadermauerwerk; 1533 wurde die Stiftskirche zur Gemeindekirche, 1616 das Stift zur fürstlichen Domäne, nach Ende der Immunität 1806 zunehmender Verfall und Nutzung als Wirtschaftshof; 1858-1873 unter Ferdinand von Quast Restaurierung mit erheblichen Anteilen an Rekonstruktion (nach Befund) und freien Ergänzungen / Hinzufügungen, 1907-1910 Neubau der Türme, ab 1960 diverse Instandsetzungsarbeiten, 2003-2012 umfassende Sanierung und Restaurierung.

Das heutige Erscheinungsbild der Stiftskirche ist im Wesentlichen ein Ergebnis des 19. und 20.Jahrhunderts. Von außen ist das neu erstellte Mauerwerk deutlich erkennbar am akkuraten Schnitt der Quader, die noch mittelalterlichen Bauteile bestehen aus meist nur sichtseitig geglätteten Bruchsteinen und grob zugerichteten Quadern. Der Kalkstein zeigt bereichsweise auffällige Verfärbungen durch Auswaschungen aus den neuzeitlichen kupfernen Dachdeckungen und Gesimsabdeckungen (wohl 1960er Jahre), eine chemische Reaktion aus in Regenwasser gelösten Kupferbestandteilen mit dem Kalkstein. Aufnahmen bei unterschiedlichem Sonnenstand, Aufnahmedatum: 27.8.2016

Literatur:
Stiftskirche St. Cyriakus Gernrode. Herausgegeben von der Evangelischen Kirchengemeinde Gernrode. STEKO-Kunstführer Nr.26, Verlag Janos Stekovics, Wettin-Löbejün, Ortsteil Dößel, 2016
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Der Bezirk Halle. Bearbeitet von der Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege; Akademie-Verlag Berlin 1976, ab Seite 123









 

Gernrode (seit 2011 Ortsteil von Quedlinburg; Sachsen-Anhalt), romanische Stiftskirche Sankt Cyriakus; Südseite (Hofseite zum Stiftshof) mit zweigeschossigem Kreuzgang, darüber die Fenster der Langhausemporen, ganz oben die Obergaden-Fenster des Mittelschiffs; alles zu erheblichen Teilen rekonstruiert bzw. ab 1859 neu hinzuerfunden (dem vermuteten ursprünglichen Zustand nachempfunden) aus Kalkstein und Sandstein, auch der Vierungsturm (Dachreiter über der Vierung) ist eine freie Hinzuerfindung aus dieser Zeit; Aufnahmen bei unterschiedlichem Sonnenstand, Aufnahmedatum: 27.8.2016















 

Gernrode (seit 2011 Ortsteil von Quedlinburg; Sachsen-Anhalt), romanische Stiftskirche Sankt Cyriakus; Südseite von Südosten und Ostseite mit Chor und Apsis; Quader-Bruchstein-Mischmauerwerk aus Kalkstein, überwiegend wohl noch 12.Jahrhundert, mit einigen späteren Ergänzungen aus Sandstein; Aufnahmen bei unterschiedlichem Sonnenstand, Aufnahmedatum: 27.8.2016




 

Gernrode (seit 2011 Ortsteil von Quedlinburg; Sachsen-Anhalt), romanische Stiftskirche Sankt Cyriakus im Zustand nach Abschluss der Restaurierung 1873 unter Ferdinand von Quast in einer Darstellung von 1888. Das Blatt wird im Internet bereitgestellt durch das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin unter architekturmuseum.ub.tu-berlin.de mit der Inventar-Nr. ZFB 38,027 und der Bezeichnung "N.N. / F. Maurer, Stiftskirche, Gernrode. (Aus: Atlas zur Zeitschrift für Bauwesen, hrsg. v. G. Erbkam, Jg. 38, 1888), Grundrisse, Ansicht von Süden, Ansicht von Osten, Ansicht von Westen, Druck: Stich auf Papier, 46 x 29,2 cm". Die Zeichnung wird gemeinfrei angeboten als JPG oder PDF. Der Strich der Originaldatei ist sehr fein, das Blatt wurde deshalb für die Wiedergabe hier auf der Website www.fotografie-architektur.de bearbeitet (Helligkeit, Kontrast), im Format beschnitten und verkleinert.


 

Gernrode (seit 2011 Ortsteil von Quedlinburg; Sachsen-Anhalt), Innenansichten der romanischen Stiftskirche Sankt Cyriakus; Ausmalung der Ostapsis über dem hohen Chor überwiegend nach 1859, die ursprüngliche Ausmalung aus dem 13.Jahrhundert ist nur noch in wenigen Resten erhalten; Holzbalkendecke samt Bemalung aus der Restaurierungsphase nach 1859 nach Entwurf von Ferdinand von Quast; Säulenkapitelle aus der Zeit um 1000; Ausmalung des Westchors / Westapsis nach 1859, umfangreiche Restaurierung mit erheblichen Anteilen an Retusche und Rekonstruktion 2002-2004; zweigeteilte Orgel 1873; Westkrypta, romanischer Taufstein um 1150 aus Sandstein vor der Westkrypta (stammt aus einer abgebrochenen Kirche in Alsleben/Saale), Ostkrypta als ältester Bauteil der Kirche; Heiliges Grab um 1080-1130 aus Sandstein und Kalkstein im südlichen Seitenschiff; Grabmal (Sarkophag, Tumba) aus Sandstein Anfang 16.Jahrhundert; Aufnahmedatum: 27.8.2016

Hinweis: Die Aufnahmen im Innenraum der Kirche erfolgten mit gebührenpflichtiger Foto-Sondererlaubnis des evangelischen Pfarramtes Gernrode nur zur nicht-kommerziellen Nutzung. Die Bilder werden deshalb hier rein informell wiedergegeben, sie werden nicht zum Verkauf angeboten. Ganz besonders sollen sie jedoch Werbung sein für dieses herausragende Beispiel romanischer Sakralbaukunst in der Harzregion, restauriert im Zeitgeist des 19.Jahrhunderts durch den berühmten Architekten, Denkmalpfleger und ersten preußischen Staatskonservator Ferdinand von Quast (1807-1877). Und nach der Besichtigung sollte man unbedingt das Café "Der Froschkönig" gleich nebenan besuchen, es dürfte zu den schönsten Cafés in Deutschland gehören.









 

Hecklingen (Salzlandkreis; Sachsen-Anhalt), Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius; ehemaliges Benediktinerinnen-Kloster, die Klostergebäude 1496 durch Brand zerstört, um 1560 Aufhebung des Klosters und Umwandlung der Klosterkirche in eine evangelische Pfarrkirche. Die romanische Klosterkirche Sankt Georg und Sankt Pancratius gehört zu den am besten erhaltenen romanischen Basiliken der Harzregion, errichtet um 1150-1220 als Basilika mit Chor und Apsis, Querschiff / Querhaus mit Nebenapsiden, Turmfront (Westwerk) mit zwei Türmen aus Muschelkalk und Sandstein (Quader-Bruchstein-Mischmauerwerk) ohne Eingangsportal, der Zugang erfolgt über das Hauptportal am nördlichen Seitenschiff; um 1230-1240 Einbau der Emporen über dem westlichen Mittelschiff und dem südlichen Seitenschiff. In den folgenden Jahrhunderten zwischenzeitlich zweckentfremdete Nutzungen, teilweise Verfall und mehrfach Reparaturarbeiten, so z.B. 1511 und 1668 Dach- und Turmreparaturen, 1797-1798 umfangreiche Restaurierung einschließlich konstruktive Maurerarbeiten, usw.

Ab 1867 Planung / Vorbereitung einer grundlegenden Restaurierung / Wiederherstellung / Rekonstruktion des Gesamtbauwerkes, 1878-1883 Durchführung der neoromanischen "Generalrestaurierung" unter Leitung des Architekten Hans Breymann (1850-1903; Baurat und Kreisbauinspektor), dabei wurden unter anderem Einbauten beseitigt, die südliche Nebenapsis, der nördliche Turmhelm und der südliche Turm neu errichtet, diverse Außenwandbereiche erneuert sowie die gesamte Kirche innen neu verputzt und neoromanisch ausgemalt, teils mit Vergoldungen (ob nach Befund oder freien Entwürfen, ist unklar); 1883-1889 wurde die Sanierung / Rekonstruktion der Turmfassade mit zwei quadratischen Türmen und achtseitigen / achteckigen Dächern ("Oktogon-Turmhelme") über Dreiecksgiebeln sowie dem Dreiecksgiebel über dem Mittelteil vollendet; die Dreiecksgiebel der Türme wurden frei hinzuerfunden, auf den Bestandszeichnungen des preußischen Staatskonservators Ferdinand von Quast aus dem Jahr 1873 sind sie noch nicht zu sehen (siehe Abbildung unten, im Internet unter architekturmuseum.ub.tu-berlin.de). Der südliche (im Foto rechte) Turm ist etwas niedriger und sein Turmhelm nicht ganz lotrecht, er knickt minimal ab in Richtung Kirchenmitte. 1992-1996 umfassende Instandsetzungsarbeiten außen, vollständige Restaurierung des Innenraums und Wiederherstellung der von starken Verfallserscheinungen gezeichneten neoromanischen Ausmalung. Aufnahmedatum: 27.8.2016



Literatur:
Gudrun Millsimmer und Christfried Kulosa: Die Klosterkirche zu Hecklingen. Kirchenführer, herausgegeben von der Evangelischen Kirchengemeinde St. Georg und Pancratius, Hecklingen/Anhalt. PEDA-Kunstführer Nr.470/2007, Kunstverlag Peda, Passau 2007
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Der Bezirk Magdeburg. Bearbeitet von der Abteilung Forschung des Instituts für Denkmalpflege; Akademie-Verlag Berlin 1975, ab Seiten 186-189
Die Hecklinger Basilika 1883-2008. Festschrift anlässlich "125 Jahre General-Restaurierung", herausgegeben vom Freundeskreis Basilika Hecklingen e.V., Hecklingen 2008
Zeittafel zur Baugeschichte der Basilika im Internet unter www.hecklingen.de/baugeschichte.htm - sehr detailliert (!)
Bestandszeichnungen der Klosterkirche von Ferdinand von Quast um 1873 vor Beginn der Generalrestaurierung in der Sammlung der Technischen Universität Berlin, online und als JPG oder PDF unter: architekturmuseum.ub.tu-berlin.de











 

Hecklingen (Salzlandkreis; Sachsen-Anhalt), Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius; Zeichnungen der Turmfront (Westbau, Westwerk) im Zustand um 1873 mit dem zu dieser Zeit nur existierenden Nordturm, vor Beginn der 1878-1889 durchgeführten neoromanischen Generalrestaurierung unter Leitung des Architekten Hans Breymann, bei der unter anderem der nördliche Turmhelm und der südliche Turm neu errichtet wurden. Dabei wurden die Türme mit den heutigen Rautenhelmen und frei hinzuerfundenen Dreiecksgiebeln ausgestattet sowie der ursprüngliche Dreiecksgiebel des Mittelteils wieder freigelegt.

Das folgende Blatt wird im Internet bereitgestellt durch das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin unter architekturmuseum.ub.tu-berlin.de mit der Inventar-Nr. 43878 und der Bezeichnung "Ferdinand von Quast / Becker, Klosterkirche St. Georg und Pankratius, Hecklingen, Ansicht des Turmes ...; Montage: Bleistift auf Transparent, Tusche auf Karton, 29,4 x 34,9 cm". Es handelt sich um offenbar undatierte Bestandszeichnungen des preußischen Staatskonservators Ferdinand von Quast (1807-1877) vermutlich aus dem Jahr 1873 (zumindest hat er in diesem Jahr Hecklingen besucht, siehe Angaben unter www.hecklingen.de/baugeschichte.htm), wohl unter Mitwirkung von Bauinspektor Becker. Dieses sowie weitere Montageblätter mit Zeichnungen Ferdinand von Quasts zur Klosterkirche Hecklingen finden sich unter architekturmuseum.ub.tu-berlin.de, die Zeichnungen werden gemeinfrei angeboten als JPG oder PDF. Der Strich der Originaldatei ist sehr fein, das Blatt wurde deshalb für die Wiedergabe hier auf der Website www.fotografie-architektur.de digital bearbeitet (Helligkeit, Kontrast) und im Format verkleinert. Links ist die Turmfassade mit Blick aus Westen dargestellt, rechts der Blick aus Osten mit Schnitt durch das Kirchenschiff, Schnittführung durch das nördliche Hauptportal und die Nonnenempore.


 

Hecklingen (Salzlandkreis; Sachsen-Anhalt), Klosterkirche St. Georg und St. Pancratius; Innenraum der Basilika mit flacher Balkendecke über dem Mittelschiff, Rundbogenarkaden zu den Seitenschiffen, spätromanische / frühgotische Spitzbogenarkaden unter der nachträglich um 1230-1240 eingefügten Empore, Säulen mit Würfelkapitellen, riesiges Renaissance-Epitaph der Familie von Trotha um 1600 ("Erbbegräbnis") aus Sandstein im Chorraum, Fenster mit Ornamentverglasung von 1872, Taufstein 16.Jahrhundert.

Weithin berühmt ist die Klosterkirche von Hecklingen vor allem für die um 1225-1230 in den Arkadenzwickeln zwischen den Rundbogenarkaden angebrachten 14 spätromanischen Engelsfiguren aus Stuck auf frühgotischen Kelchkonsolen, Höhe der Figuren etwa 1,25 m. Die vierzehn Stuckengel in byzantinischer Tradition sind von europäischem Rang, sie werden als "Höhepunkt des sächsischen Byzantinismus" bezeichnet und gelten als "bedeutendster und umfangreichster Zyklus an Stuckplastiken jener Epoche" (zitiert nach Kirchenführer, Seite 22; siehe oben). Im Zuge der neoromanischen "Generalrestaurierung" 1878-1883 wurde die gesamte Kirche vollständig neu ausgemalt - einschließlich Farbfassungen der spätromanischen Stuckengel. Den Angaben des Kirchenführers ist zu entnehmen, dass dabei die bereichsweise noch vorhandenen mehrschichtigen älteren Farbfassungen teils mit Zahneisen entfernt wurden; letztmalig wurden die Stuckengel 2001 restauriert. Aufnahmedatum: 27.8.2016

Ein Besuch der Klosterkirche ist unbedingt zu empfehlen. Wer romanische Architektur besonders in Verbindung mit dem neoromanischen Zeitgeist des 19.Jahrhunderts in architektonisch herausragender und handwerklich exzellenter Ausführung erleben möchte, sollte Hecklingen als Reiseziel wählen. Völlig unverständlich bleibt, warum diese Kirche noch immer als Geheimtipp (!) gilt. Da offenbar nur wenige Besucher erscheinen, sind die täglichen Öffnungszeiten beschränkt, aktuelle Informationen auch zu Konzerten finden sich unter www.hecklingen.de










 

 


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Stockphotos sind Lagerfotos, Fotos im Bestand, die entweder zum Verkauf angeboten oder nur der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Begriff "stockphoto" (stock photo, stock-photo, stock photography) wurde in den USA eingeführt und hat sich in dieser Schreibweise international etabliert. Der hier zum Verkauf angebotene qualitativ hochwertige Architekturfoto-Lagerbestand ist ursprünglich aus der Planungstätigkeit von Atelier Rauscher Architektur entstanden. Er wird inzwischen als eigenständiges Bildarchiv über den bisherigen Rahmen hinaus geführt und fortlaufend erweitert. 

 

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