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Bildarchiv Rauscher - Fotoarchiv historische Architektur

Architekturfotografie und denkmalpflegerische Bilddokumentation
Baudenkmale und Architekturgeschichte im Land
Brandenburg

 

Stockphoto-Galerie Nr.1b  Foto, Fotografie, Bild, Abbildung

Dorfkirche, Dorffriedhof, ländliche Kirchenanlage, Grabstein, kirchliche Außenanlagen

Historische Gebäude und Architekturdetails im ländlichen Raum

 

Fotograf und Urheberrecht:  Dipl.-Architekt Norbert Rauscher
Architektur- und Planungsbüro, D-16548 Glienicke/Nordbahn, Kieler Straße 16
Telefon: (033056) 80010, E-Mail: n.rauscher@web.de, Internet: www.rauscher-architekt.de

 

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Glienicke/Nordbahn (Landkreis Oberhavel; Brandenburg), Dorfkirche von 1865, neoromanischer Sichtziegelbau von Georg Gustav Erbkam (1811-1876); Neoromanik der Stüler-Schule, in früheren Publikationen auch der Schinkel-Schule zugeordnet; Saalbau aus gelbem Sichtziegelmauerwerk von sparsamer architektonischer Gliederung; polygonale Apsis, schlanker quadratischer Westturm mit schiefergedeckter achteckiger Turmhaube; Aufnahmedatum: 1.5.2007 vor der Sanierung ...






... und 16.4.2009 nach der Totalsanierung der Außenhülle: Mauerwerk nach denkmalpflegerischen Grundsätzen gereinigt, saniert, Ziegel teils ersetzt (Kohlebrandziegel aus Glindow) und neu mit eingefärbtem Kalkmörtel verfugt, neue Schieferdachdeckung wieder in der ursprünglichen und zeittypischen Rechteck-Doppeldeckung ("Englische Deckung"). Gemäß Kirchenchronik (siehe unten) stammen die gelben Ziegel aus Birkenwerder ("Gelbe Birkenwerdersche", gut erkennbar an der gelben Farbe mit einem leichten Grünstich), Ziegelmaße im Mittel 255 x 125 x 60 mm, Längen zwischen 250 ... 260 mm, Breiten zwischen 120 ... 125 mm, kaum Schwankungen in der Höhe; die Bezeichnung "Reichsformat" für diese Ziegel ist jedoch falsch, 1865 gab es noch gar kein Reichsformat (weitere Angaben dazu siehe hier: ).




Die Dorfkirche von Glienicke/Nordbahn ist offenbar das einzige noch erhaltene Bauwerk in Deutschland, welches von dem Architekten, preußischen Landbaumeister und Baurat Georg Gustav Erbkam (1811-1876) entworfen und unter seiner Leitung auch ausgeführt wurde. Andere eigene Werke in Deutschland sind zerstört, es existieren nur noch die unter seiner Bauleitung (bzw. Mitwirkung an der Bauleitung, Ausführungsplanung) entstandenen Bauten nach Entwürfen von Friedrich August Stüler (1800-1865), so z.B. die Nationalgalerie in Berlin 1865-1875. Bekannt wurde er durch seine Teilnahme als stellvertretender Leiter an der berühmten Lepsius-Expedition 1842-1845 nach Ägypten, wo er äußerst genaue topographische Pläne und Bauaufnahmen fertigte. In Alexandria wurde 1867 die deutsch-evangelische Kirche nach seinen Plänen ausgeführt, diese ist das zweite noch erhaltene eigene Bauwerk von Georg Gustav Erbkam.

Literatur: Birgit Reukauf: Geschichte der Glienicker Dorfkirche 1865-2015. Broschüre der Evangelischen Kirchengemeinde Glienicke/Nordbahn 2015
Glienicke/Nordbahn ist heute dem Landkreis Oberhavel zugeordnet. Sowohl siedlungs- und kulturgeschichtlich als auch naturräumlich gehört es jedoch zum Niederen Barnim (bis 1952 Kreis Niederbarnim).


 

Glienicke/Nordbahn (Landkreis Oberhavel; Brandenburg), Friedhofskapelle von 1926 zur evangelischen Dorfkirche (siehe oben), errichtet nach Entwürfen und unter Bauleitung des Architekten Paul Poser (1876-1940); Massivbau auf rechteckigem Grundriss (in etwa Nord-Süd-Ausrichtung) mit kleiner dreiseitiger Apsis, je Traufseite vier Strebepfeiler, Gebäudesockel und Strebepfeiler aus Feldstein-Sichtmauerwerk (gemäß Ortschronik stammen die Feldsteine aus der Gegend um Joachimsthal), Flächenmauerwerk mit vertikal abgezogenem Kiesel-Schleppputz (wohl um 1992 dick mit Fassadenfarbe überstrichen / beschichtet, ursprünglich dürfte es sich um naturbelassenen Schleppputz gehandelt haben); steiles Satteldach, Walmdach über der Apsis und Turmdach mit Biberschwanz-Doppeldeckung, Firstkappen jeweils in Mörtel verlegt; Glockenturm als gestufter hölzerner Dachreiter mit Pyramidendach und Turmkreuz in seltener Gestaltung; teilweise Sanierungsbedarf zum Aufnahmezeitpunkt; Baudenkmal gemäß Landesdenkmalliste. Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen, mittags und nachmittags, zuerst östliche Traufseite, dann Südseite (turmseitiger Giebel mit Apsis), zuletzt westliche Traufseite, Aufnahmedatum: 2.5.2016

Bemerkenswert an der Friedhofskapelle ist vor allem der optisch als Dachreiter in Erscheinung tretende kleine Glockenturm, der mit einfachsten Materialien eine erstaunliche architektonische Wirkung erzielt. Konstruktiv handelt es sich um einen Fachwerkturm, der in Kehlbalkenhöhe auf tragendem Wandmauerwerk aufsitzt, also nicht um einen echten Dachreiter, der unmittelbar auf den Sparren aufsitzt und nur von diesen getragen wird. Die Fachwerkkonstruktion ist oberhalb der Dachfläche senkrecht verbrettert / verschalt, auf die Fugen zwischen den Brettern wurden schmale Deckleisten aufgenagelt, der Fachmann spricht von einer "verleisteten Schalung". Die Eckbereiche wurden unter anderem durch aufgenagelte waagerechte Dreikantleisten betont ("gequadert"), traufseitig befinden sich unten kleine Sprossenfenster zur Belichtung des Dachraums, im oberen Teil (Turmaufsatz) halbrund-polygonale Schallöffnungen. Auf der Spitze des Pyramidendaches sitzt eine Turmkugel (Turmknauf, Turmknopf) mit Turmkreuz aus Blech (Zink oder Kupfer ?). Gemäß Kirchenchronik stammt die Turmglocke aus Gussstahl von 1865 aus der Dorfkirche, sie wurde 1965 in die Friedhofskapelle umgesetzt und wird seitdem dort genutzt.

Literatur:
Matthias Metzler: Glienicke/Nordbahn - Die evangelische Friedhofskapelle, ein Meisterwerk des Architekten Paul Poser. Enthalten in: Brandenburgische Denkmalpflege 2012 Heft 2, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin; ab Seite 36
Joachim Kullmann: Glienicker Bilderbogen, Band 3. Zur Vergangenheit und Gegenwart unseres Heimatortes - Ausgewählte Beispiele (= Ortschronik Band 3). Herausgegeben durch die Gemeinde Glienicke/Nordbahn 2012, Seite 167
Birgit Reukauf: Geschichte der Glienicker Dorfkirche 1865-2015. Broschüre der Evangelischen Kirchengemeinde Glienicke/Nordbahn 2015, Seite 18














 

Gölsdorf (Fläming; Brandenburg), Dorfkirche, Feldsteinbau, 2.Häfte 13.Jahrhundert, mit Ziegel gerahmte Öffnungen 1889, Fachwerkturm 1775; Aufnahmedatum: 7.6.2007

Literatur: Denkmaltopographie BRD - Denkmale in Brandenburg. Landkreis Teltow-Fläming, Teil 1: Stadt Jüterbog mit Kloster Zinna und Gemeinde Niedergörsdorf. Wernersche Verlagsgesellschaft Worms 2000; ab Seite 270


 

Groß Breese (Prignitz, Westprignitz; Brandenburg), Dorfkirche von 1879, neoromanischer Backsteinbau von Kreisbaumeister Toebe (Perleberg), 1967-1969 saniert / restauriert mit erheblicher Umgestaltung des Innenraums, dabei offenbar auch komplette oder weitgehende Neuverfugung des Sichtmauerwerks mit in Ziegelfarbe eingefärbtem Mörtel (Mörtelfarbe vmtl. erzeugt durch Beimischung von Ziegelmehl); eingezogener quadratischer Westturm, Kirchenschiff mit Biberschwanz-Kronendeckung, Turmspitze mit Schieferdeckung; zweiflügelige Portaltür mit aufwendig geschmiedeten Zierbändern; Orgel von 1880 (Chwatal & Sohn, Merseburg); Baudenkmal; Aufnahmedatum: 20.9.2007




 

 


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